Anonym, Preußen vor dem achtzehnten März


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Basierend auf den vorliegenden Textauszügen aus dem Roman „Preußen vor dem 18. März“ lässt sich eine Handlung skizzieren, die persönliche Schicksale mit den politischen und religiösen Spannungen im Preußen der 1840er Jahre verknüpft. Das Werk ist ein politischer Roman, der zur Zeit vor dem 18. März 1848 spielt. Laut einem Vorwort von Heinrich Simon schildert er die „Sklaven-Zuſtände“ jener Jahre und wie diese in gesellschaftliche Bindungen und das Leben bedeutender Personen eingriffen.

Ein zentrales Element der Erzählung ist das Schicksal von Jordan, einem Staatsgefangenen, der seit dem Sommer 1841 in der Festung Magdeburg inhaftiert ist. Seine Berufung blieb erfolglos. Jordan leidet unter verschiedenen Entbehrungen, die seinen Körper geschwächt haben, und ihm ist es verwehrt, Lektüre zu erhalten, die ihn nähren könnte; jegliches geschriebene Wort wird vom Kommandanten kontrolliert. Jahrelang konnte er seine Frau oder Kinder nicht sehen, obwohl ihm dies früher gestattet war. Er kommuniziert über Briefe, die ihm Trost und neuen Tatendrang geben, auch wenn ihm der Wirkungskreis fehlt. Jordan fühlt sich seiner Rolle als Beschützer seiner Familie nicht mehr gewachsen und ist voller Angst um Charlotte.

Charlotte, Jordans Frau, lebt in finanzieller Not und kämpft mit eigener Krankheit, einem hartnäckigen Husten. Sie schreibt ihrem Mann detailliert über die Zustände im Vaterland. Es wird erwähnt, dass Ereignisse sie erst durch seine Perspektive erreichen und dass ihr eigenes Urteil durch sein bekanntes Urteil beeinflusst wird. Charlotte kämpft mit dem Gedanken, dass sie und die Kinder arm sind und dass Jordan davon erfahren und sie ihn sehen und sprechen muss. Trotz ihrer eigenen Schwierigkeiten und Krankheit lässt sich Charlotte überreden, eine Gruppe von Frauen im Kampf für Pastor Uhlich zu vertreten.

Später wird Charlottes Zustand kritisch; sie liegt im Sterben, umgeben von Fremden. Ein Gefangenenwärter namens Prager scheint Jordan und Charlotte wohlgesonnen zu sein und ermöglicht ein Wiedersehen. Prager deutet auch an, dass eine Veränderung bezüglich des Gefangenen bevorsteht. Spätere Quellen legen nahe, dass Jordan (als Schöffen bezeichnet) des Landes verwiesen und nach Amerika verbannt wird, obwohl er scheinbar über Vermögen verfügt.

Die politischen Ereignisse der Zeit, insbesondere die Gerüchte um eine preußische Verfassung im Winter 1846, spielen eine wichtige Rolle. Die höhere Beamtenschaft in Berlin scheint eine Art Geheimnis zu hüten. Die neu veröffentlichten Patente werden kritisch betrachtet, da sie wenig zu gewähren und viel zu nehmen scheinen. Armand, der anscheinend mit Jordan und Charlotte in Verbindung steht (er wird vom Gefangenenwärter als „junger Musje“ bezeichnet und schreibt an Osten), reagiert mit Vertrauensverlust in die Regierung und setzt Hoffnung auf den gesunden Volkssinn und die mögliche Versammlung des vereinigten Landtags. Die preußischen Abgeordneten neigen dazu, ihre Inkompetenz bezüglich des Verfassungsentwurfs zu erklären. Am Hof herrscht Überraschung über die ausbleibenden Jubel in Berlin. Satire und Witze, wie die „Konstitutionspfannkuchen“, spiegeln die Stimmung wider. Graf Kleist, ein Anhänger des alten Systems, reagiert empört auf die Nachricht der Verfassung.

Religiöse Fragen sind ebenfalls von Bedeutung. Der Staat erklärt sich als christlich und verfolgt diejenigen, die von der Staatskirche abweichen. Eine freiere Richtung entsteht, deren Anhänger sich als „protestantische Freunde“ oder „Lichtfreunde“ bezeichnen. Pastor Uhlich in Magdeburg ist eine prominente Figur dieser Bewegung, deren Lehre Trost spendet. Er weigert sich, den Kirchenverband zu verlassen. Viele Frauen in Magdeburg, angeführt von Madame Hardenthal, setzen sich vehement für Uhlich ein und bitten Charlotte, sie beim Konsistorialpräsidenten zu vertreten. Jordan unterstützt Uhlichs Haltung und den Widerstand gegen staatliche Eingriffe in Glaubensangelegenheiten.

Ein weiterer Handlungsstrang dreht sich um Emmi, die bei der Familie Kleist in Berlin lebt. Sie wird als „Pflegetöchterchen“ bezeichnet. Emmi ist tief verliebt in Armand, doch ihre Beziehung ist voller Widersprüche. Armand entscheidet schließlich, Emmi von ihrer Bindung zu ihm zu befreien, damit sie sich ganz ihrem Vater widmen kann, dessen Situation sie zu erdrücken droht. Emmi vermisst ihren Vater sehr und schreibt ihm Briefe. Sie ist anfangs so glücklich verliebt, dass sie die Schwierigkeiten um sich herum ausblendet. Sie kümmert sich um Charlottes Kinder.

Rosa, Armands Cousine, ist ebenfalls Teil der Erzählung. Sie führt ein Notizbuch mit Zitaten aus ihrer Lektüre. Ein Austausch über dieses Buch löst bei Armand starke Gefühle aus. Rosa ist innerlich zerrissen, empfindet Dankbarkeit für die Genesung ihrer Tante, aber auch Schmerz über zerstörte Träume. Sie beschließt, fortan für andere zu leben und denkt dabei an die arme Frau (vermutlich Charlotte).

Der Roman, der am 18. Februar 1848 abgeschlossen wurde, endet den ersten Teil mit einem Ausblick auf die allgemeinen Zustände Ende 1840 und lässt viele Handlungsstränge offen.


Anonym [lt. Wikipedia: Marie Simon], Preußen vor dem Achtzehnten März. Ein politischer Roman von ***. Mit einem Vorwort von Heinrich Simon. 2 Bde. Leipzig: J.J. Weber, 1849.