Friedrichshain | 1. Oktober 1848

Märzgräber in Friedrichshain

»Nachmittags fuhr ich mit Ludmilla in den Friedrichshain, ich wollte die Märzgräber gern einmal sehen. Zeichnungen hatten mir ein falsches Bild gegeben, ich fand alles ganz anders, als ich mir es vorgestellt. Der Anblick der erhöhten Gräber, in dichten Reihen ein Viereck bildend, war freundlich; eine Fülle von Blumen und Kränzen zeugte von der eifrigsten Pflege, Kreuze, Grabsteine und Inschriften fehlten nicht. Die stärkste Wirkung machten die Grabstätten ohne Denkmal und Inschrift, durch eine bloße Nummer schlicht bezeichnet, unter denen die unbekannt gebliebenen Todten liegen, für die kein Name zu ermitteln war.« (TB, 1.10.1848)