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Gerne, hier ist eine Inhaltsangabe zu Isidor Hellers Roman „Die Alliierten der Reaction“ (1852) unter Berücksichtigung der Revolution, basierend auf den vorliegenden Auszügen:
Isidor Hellers Roman „Die Alliierten der Reaction“, der 1852 erschien, schildert in zwei Bänden die komplexen politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse im Österreich der Mitte des 19. Jahrhunderts und verwebt persönliche Schicksale mit den großen Umwälzungen der Zeit, insbesondere der Revolution von 1848. Der Titel deutet auf eine geheime, mächtige Gruppe hin, die im Hintergrund agiert und die politischen Entwicklungen beeinflusst.
Die Erzählung entfaltet sich entlang zweier Hauptfiguren, deren Wege sich kreuzen und deren Leben durch tragische Ereignisse und den Kampf gegen Tyrannei und Ungerechtigkeit geprägt sind. Eine zentrale Figur ist der Monch, der sich später als Pater Antonius von Sankt Liguori und schließlich als Gustav Rose offenbart. Anfangs wird er als finstere, leidenschaftliche Gestalt dargestellt, die Ephraim in einer Klosterzelle in Böhmen trifft. Der Mönch ist ein ehemaliger Künstler (Maler) namens Gustav Rose, dessen Leben durch die tragische Liebe zu Eveline und ihren frühen Tod, verursacht durch seinen eigenen Onkel (den Prior von St. Liguori), zerstört wurde. Dieser Verlust und das erlittene Leid haben ihn in einen Hass verwandelt, der ihn antreibt.
Er ist ein hochrangiges, wirksames und angesehenes Mitglied des Jesuitenordens, dessen Methoden er als „eisern“ und „verrätherisch“ beschreibt. Er betrachtet den Zweck als heilig, der die Mittel rechtfertigt, und vergleicht die Methoden der Jesuiten mit chirurgischen Messern oder pflügenden Landwirten – sie zerstören Altes, um Neues zu schaffen, allerdings mit dem Ziel der „allmächtigen alleinigen Herrschaft der Kirche“.
Der Monch/Gustav Rose hat einen gewaltigen, langfristigen Plan ersonnen, der auf den Zeitläuften basiert. Dieser Plan zielte darauf ab, einen Mann auf den Papstthron zu bringen, der zunächst scheinbar liberalen Neigungen des Bürgertums entgegenkommt und diese segnet. Die Idee, politische Freiheit vom päpstlichen Stuhl aus zu unterstützen, wäre normalerweise ein Grund für Exkommunikation oder Kerker, aber der Mönch wusste sie strategisch einzusetzen. Ein Motiv war die Bestrafung von Regierungen, die sich von der Kirche abgewandt hatten.
Eine weitere Fraktion im Klerus sah darin die Möglichkeit, die Kirche durch Loslösung vom politischen Absolutismus zu stärken und ihr Machtgebiet auszuweiten, insbesondere gegenüber protestantischen Regierungen und in unterdrückten Nationalitäten. Für die „kalten Köpfe“ seines eigenen Ordens, die wussten, dass Autorität und freie Prüfung nicht zusammen bestehen können, stellte er den Plan als vorübergehendes Mittel dar, um die weltliche Macht der Kirche unbedingt zu unterwerfen.
Die Essenz des Plans, insbesondere für die Jesuitenführer, war zutiefst zynisch und auf Menschenverachtung gegründet: Der vom Papst ausgehende „Hauch von Sankt Peter“ sollte sich in einen furchtbaren Sturm verwandeln, der die Regierungen aus ihrem Spiel mit dem Liberalismus schreckt. Das nach Mitregierung lüsterne Bürgertum, das den Liberalismus nur als Versteck für seine Herrschsucht nutzt, sollte ebenfalls erschreckt werden, wenn es das „sich erhebende Gorgonenhaupt des vierten Standes“ sieht, den es bisher mit Füßen getreten hat. Entsetzt würden Regierungen und Bürgertum unter den Kanonen des Throns Zuflucht suchen und sich jeder Autorität unterwerfen, um das Gespenst des vierten Standes wieder in die Höhle zu treiben.
So sollte die gefährdete Selbstsucht zum Stuhl Petri strömen und dessen Macht unbeschränkter machen als je zuvor. Der Monk sah die „Foltern und die Scheiterhaufen der Inquisition wieder aufgerichtet, nur noch zahlreicher und unerbittlicher“. Dieser Plan, der auf die heraufziehenden Umwälzungen zählte, wurde durch das Ereignis der Thronbesteigung von Papst Pius dem Neunten (Pio Nono) angestoßen, was den „Grollen des heranziehenden Sturmes“ (der Revolution) verursachte. Nach diesem Ereignis hatte Pater Antonius eine hohe Funktion in Rom inne. Der Monk betrachtet diesen Plan, obwohl er durch seine eigene Tragödie entzündet wurde, als ein gewaltiges Werk, das der Welt einen Aufschwung geben wird, indem es sie in einen „Weltkampf“ führt.
Die zweite zentrale Figur ist Ephraim, ein junger jüdischer Gelehrter aus Böhmen. Er lebt zurückgezogen, widmet sich ausschließlich der jüdischen Theologie und kennt kaum die Welt außerhalb seiner Gemeinde. Durch Zufall fällt ihm ein deutsches Geographiebuch in die Hände, das seine abgeschlossene Welt erschüttert und seinen Forschungstrieb auf die profane Welt richtet. Er begegnet dem Monk, der ihn in tiefere Einsichten über die Weltgeschichte, den Kampf zwischen Freiheit und Tyrannei sowie die Rolle der Kirche und des Christentums einführt. Der Monk überlässt ihm auch sein Manuskript, das seine persönliche Tragödie und Verwandlung schildert und Ephraim mit dem gefährlichen Zauber des Romans fesselt.
Ephraim wird, nachdem er in seiner Gemeinde als abtrünnig gilt, von dieser geopfert und zwangsrekrutiert in die österreichische Armee. Die Rekrutierung wird als brutaler, menschenverachtender Prozess geschildert, bei dem junge Männer wie „Waarenballen“ behandelt werden. Ephraim erlebt die Kaserne als eine Art Hölle, in der menschliche Würde mit Füßen getreten wird. Er lernt hier den Gerber Wenzel kennen, einen Mann aus dem Volk, dessen Loyalität und kämpferischer Geist (vergleichbar mit den Hussiten) ihn beeindrucken. Wenzel repräsentiert das leidende, misshandelte arbeitende Volk. Er gerät mit einem brutalen Hauptmann (der später als Gustav Rose, der Monk, erkannt wird) in Konflikt und wird bestraft, was Ephraims Wunsch nach Widerstand und Kampf stärkt.
Durch seine Erlebnisse im Militär, das er als „Sklaverei“ betrachtet, und die Erkenntnis, dass Wissen allein nicht zur Tatkraft führt, reift in Ephraim die Überzeugung, dass Leid und Schmerz notwendig sind, um den „gewaltigen Hebel“ des Hasses zu schaffen, der nötig ist, um die „lastenden Steine der alten Barbarei abzuwälzen“. Obwohl er den Hass verabscheut, sieht er ihn als notwendiges Werkzeug im Kampf gegen die Unterdrückung.
Er lehnt das Angebot des Monchs ab, ihn aus dem Militär freizukaufen und ein ruhiges Gelehrtenleben zu führen, da er erkennt, dass die „rauhe Schule“ des Leidens ihn auf den kommenden „Weltkampf“ vorbereitet. Er wählt den dornenvollen Weg des Kämpfers, um die Menschheit von Wahn und Gewalt zu erlösen. Er schwört, nur mit dem Sieg endenden Kampf gegen die Feinde des Rechtes und der Freiheit zu führen.
Die Revolution von 1848 dient als der große, turbulente Hintergrund und die Bühne für die Entwicklungen. Der Monk/Gustav Rose orchestriert seinen politischen Plan, der die revolutionäre Bewegung als Mittel nutzt. Ephraim und Wenzel sind direkt von den herrschenden Zuständen betroffen, die zur Revolution führten. Der Kampf für Freiheit und gegen Tyrannei, der Ephraims Lebenszweck wird, ist der zentrale Konflikt der revolutionären Ära. Wenzel wird schließlich auf einer der Barrikaden Europas verwundet, ein klares Symbol für die direkte Beteiligung des Volkes an den Aufständen von 1848.
Das Ende des ersten Bandes und die Erwähnung des „bevorstehenden Weltkampfes“ sowie die Feststellung, dass die Charaktere noch am „Webstuhl der Zeit“ sitzen, deuten darauf hin, dass der Roman die Ereignisse um 1848 als eine „schwebende Zeitperiode“ und einen fortlaufenden Kampf betrachtet. Die „Alliierten der Reaction“ sind dabei nicht nur die offenkundigen Konservativen, sondern auch die Kräfte, wie die machthungrige Kirchenhierarchie, die das Chaos der Revolution für ihre eigenen restaurativen Zwecke zu nutzen versuchen.
Zusammenfassend schildert Hellers Roman das Ringen um Freiheit und Gerechtigkeit in einer Zeit des Umbruchs, der Revolution von 1848. Er zeigt, wie persönliche Tragödien zu politischem Handeln führen (Monk/Rose) und wie intellektuelle Erkenntnis durch persönliche Erfahrung und Leid in revolutionäre Tatkraft umgewandelt wird (Ephraim). Die Revolution ist nicht nur Kulisse, sondern der Katalysator und der Schmelztiegel, in dem die Figuren geschmiedet werden und ihre Rollen im „Weltkampf“ gegen die „Reaction“ und ihre finsteren Verbündeten finden.
Isidor Heller, Die Alliirten der Reaction. Berlin: Allgemeine Deutsche Verlags-Anstalt, 1852.