Giseke: Moderne Titanen


KI, Inhalt in 700 Worten:

Gerne, hier ist eine Inhaltsangabe basierend auf den bereitgestellten Auszügen aus Robert Gisekes „Moderne Titanen“:

„Moderne Titanen, kleine Leute in großer Zeit“ von Robert Giseke ist ein literarhistorisch relevantes Werk, das als Schlüsselroman des Vormärz gilt und den Wirrwarr der philosophischen, religiösen und politischen Tendenzen beleuchtet, der den Märztagen des Jahres 1848 vorausging. Das Werk erschien ursprünglich in drei Teilen, wobei die vorliegenden Auszüge sich hauptsächlich auf den ersten Teil, „Moderne Titanen“, konzentrieren. Der Roman versucht, die „genialen Streber, die problematischen Naturen zu charakterisieren, denen keine Lage genügt, und die doch keiner genügen“.

Der Protagonist der Auszüge ist Ernst Wagner, ein junger Theologiekandidat aus Hansdorf. Er ist ein „freier Geist“ und gehört zu den „problematischen Naturen“. Nach jahrelangem innerem Kampf, der sich wie der „Kampf wie Titanen“ anfühlte, stellt er fest, dass das Ergebnis „Nichts“ ist. Er fühlt sich nicht erfüllt und muss erkennen, dass seine Dichtung und sein Schreiben nicht ausreichen, um ihn und seine Familie zu ernähren.

Ernst kehrt nach Hansdorf zurück, wo er sich seiner sterbenden Mutter und seiner Cousine Aennchen verpflichtet sieht. Seine Mutter sorgt sich um ihn und seinen Seelenzustand. Sein Vater, ein altmodischer Pastor, ist beunruhigt über Ernsts „An­sich­ten“ und fragt, ob sein Schreiben für ein liberales Journal in Leipzig, die „Epigonen“, seinen Examenschancen geschadet hat, da dort angeblich Gott und Unsterblichkeit geleugnet werden. Ernst gerät in Konflikt mit seinem Vater, der seine Gedanken und Papiere überwachen will, was Ernst als inquisitorisch ablehnt. Er fühlt sich unverstanden und isoliert, unfähig, im einfachen Ton zu predigen und sieht seine beruflichen Aussichten schwinden, da er nicht zu denen gehört, die „über das, was wahr ist, jetzt entscheiden“.

Gleichzeitig ringt Ernst mit seinen persönlichen Gefühlen. Er versucht zu lieben (Aennchen, seine Cousine), scheitert aber, da sein „Geist zu stark“ ist und die Kraft der Natur von ihm abprallt. Er empfindet stattdessen Hass gegen jene, die den Geist Gottes für sich beanspruchen, aber fleischlich leben, gegen jene, die keine Ahnung von der Macht der Wahrheit haben, und gegen die gesamte „Welt des Bestehenden, die nur dazu da ist, den empor­rin­gen­den Geist nie­der­zu­drü­cken“.

Auf der Suche nach intellektuellem Austausch und Glück zieht Ernst nach Berlin, wo er in Kontakt mit einem Kreis von „Berliner Genies“ kommt, insbesondere mit Dr. Ludwig Hornund der Künstlerin Delphine. Horn, der als Porträt von Max Stirner beschrieben wird, vertritt radikale Ansichten, nennt Ehe und Polizei die Schuldigen am „Leiden des Zeitalters“ und glaubt, deren Abschaffung führe zum Glück. Caesar, eine weitere Figur in diesem Kreis, ist zynischer und vertritt eine Art ästhetischen Hedonismus. Delphine ist eine begabte Künstlerin, die unter „Welt­schmerz“ und „Lan­ge­wei­le“ leidet und zwischen dem Wunsch nach einem idealen Leben und den Verlockungen der „schönen, glänzenden Welt des guten Tones“ steht. Ernst entwickelt Gefühle für Delphine, die jedoch eine ambivalente und letztlich enttäuschende Rolle in seinem Leben spielt.

Ernst gerät tiefer in die Verstrickungen dieses Kreises. Er schickt Horn einen „destructi­ven Ar­ti­kel“ zur Veröffentlichung, um Geld zu verdienen. Horn plant unterdessen, Delphine zu „entführen“ und ihre Karriere als Künstlerin zu fördern, um seine eigenen Schulden zu begleichen. Die Beziehung zwischen Ernst und Delphine wird kompliziert durch Missverständnisse und Horns Einfluss. Ein tragisches Ereignis tritt ein: Dr. Horn wird ermordet, und Ernst wird aufgrund seines Namens und Signalements von der Polizei als Verdächtiger festgenommen.

Während seiner Haft oder kurz danach reflektiert Ernst in einem Brief an Delphine über Stolz, Wahrheit, Schuld und die Notwendigkeit des Denkens. Delphines eidliche Aussage trägt offenbar zu seiner Freilassung bei. Nach seiner Freilassung muss Ernst feststellen, dass die Welt, einschließlich seiner Freunde Caesar und Delphine, seine Ideale nicht teilt. Delphine hat sich entschieden, eine „Dame“ der Gesellschaft zu werden, und Caesar sieht in seiner von Egoismus und Ästhetik geprägten Weltsicht nur eine „Aristokratie des Lumpengesindels“ in Ernsts Versuch, eine „freie Gemeinde“ zu gründen. Ernst ist zutiefst enttäuscht von der Verwechslung von Freiheit mit Eigennutz durch die von ihm unterstützten „Proletarier“.

Inmitten dieser Enttäuschungen bittet Ernst Delphine, ihn zu heiraten, vor allem, um seine kranke Mutter zu beruhigen, die um sein Verhältnis zu der von ihm „entführten“ Frau besorgt ist. Delphine weigert sich jedoch stoisch, obwohl es angeblich nicht gegen ihre Prinzipien ist. Dieses Ereignis markiert einen weiteren Bruch für Ernst.

Ein anonymer Brief denunziert Ernst als „Mittelpunkt der Verschwörung“ und Verfasser eines „mis­fäl­li­gen Artikels über Staat und Kirche“. Er wird wegen Hochverrats und Verschwörung zum Umsturz der Staatsverfassung angeklagt und zu zwanzig Jahren Festungshaft verurteilt. Zuvor hatte ihn sein Onkel gewarnt und versucht, ihn zur Aufgabe der Schriftstellerei und zur Anpassung an die Behörden zu bewegen, wobei er die politischen Gegner, darunter auch „rä­son­ni­ren­den Ju­den­jun­gens“, verunglimpft und energische Maßnahmen gegen sie ankündigt.

Nach zwei Jahren Haft, in denen seine Mutter stirbt – offiziell an Auszehrung, aber die Leute sagen „am gebrochenen Herzen“ –, flieht Ernst mit Hilfe des Schneiders Krist. Er schreibt einen trotzigen Brief an seine verstorbene Mutter, in dem er seinen atheistischen Humanismus und die Forderung nach Wahrheit um jeden Preis bekräftigt, selbst wenn es zum Selbstmord führt.

Ernst und Krist fliehen. Vierzehn Tage später findet sich Ernst mitten in der Wiener Oktoberrevolution von 1848. Er, der sich nach einem ruhigen Leben sehnte, sucht nun in diesem „Piratenleben“ einen Namen und eine Stellung. Er nimmt am Kampf teil. Als die Revolution zusammenbricht und die Kapitulation unterschrieben ist, befiehlt Ernst seinen Männern, die Waffen niederzulegen. Dies führt zum Bruch mit dem radikalen Krist, der weiterhin kämpfen und die Stadt niederbrennen will, und die „Studirten, die Halben“ wie Ernst für das Scheitern verantwortlich macht.

Der Roman endet mit der Feststellung, dass Ernst Wagner als politischer Märtyrer unter dem Standrecht stirbt. Seine Geschichte steht beispielhaft für das Schicksal der „modernen Titanen“, der idealistischen, aber oft ziellosen Jugend des Vormärz, die im Konflikt mit der Realität steht und an den gesellschaftlichen und politischen Umständen sowie ihren eigenen Widersprüchen zugrunde geht. Das Werk bietet ein umfassendes Bild des geistigen und kulturellen Lebens dieser Zeit, einschließlich Porträts realer Personen und Anspielungen auf zeitgenössische Literatur und Debatten.


Robert Giseke, Moderne Titanen. Kleine Leute in großer Zeit. 3 Bde. Leipzig: F. A. Brockhaus, 1850.