Keudell: Die Politiker


KI, Inhalt

Gerne, hier ist eine Inhaltsangabe zu N. W. L. C. v. Keudells Novelle „Die Politiker: Novelle geschrieben im Herbst 1848“ basierend auf den vorliegenden Textauszügen:

Die Novelle „Die Politiker“, geschrieben im Herbst 1848 und veröffentlicht 1849, befasst sich mit den politischen Umwälzungen in Deutschland zu dieser Zeit, insbesondere den Debatten um die zukünftige Staatsform und die Rolle verschiedener gesellschaftlicher Schichten. Der Autor N. W. L. C. v. Keudell schildert diese Zustände aus einer deutlich aristokratisch-konservativen Perspektive, auch wenn die fiktiven Charaktere unterschiedliche Ansichten vertreten. Die Erzählung nutzt Dialoge und Reflexionen der Hauptfiguren, um die komplexen politischen Fragen zu erörtern.

Die Geschichte beginnt mit einer atmosphärischen Beschreibung eines Morgenritts und führt dann in eine ländliche Gegend mit weiter Aussicht über ein Stromtal und die Hauptstadt des Landes. Hier treffen die Freunde Reinhold, der kürzlich aus Amerika zurückgekehrt ist, und Walter aufeinander. Walter, von Natur aus wohl ausgestattet, erscheint verstimmt und pessimistisch. Reinhold hingegen zeigt sich zunächst zuversichtlicher, hat aber ebenfalls seine Bedenken.

Ein zentraler Strang der Handlung entspinnt sich aus dem Zusammentreffen Reinholds mit zwei Bauern. Diese wurden von einem „Stadtschreiber“ aufgewiegelt, der ihnen einredete, der König habe das Wildschießen und das Prügeln von Aristokraten („Arschtokatern“) erlaubt, und verteilte selbstverfasste Druckschriften. Der Stadtschreiber, der sich bei Aktionen zurückhielt und geheime Befehle vom König nach Borndorf zu bringen behauptete, scheint ein skrupelloser Agitator zu sein. Reinhold durchschaut die Lügen und schlägt den Bauern vor, direkt den König zu befragen, um die Wahrheit zu erfahren. Er verspricht, eine Deputation der Bauern in die Stadt zu bringen.

Parallel dazu prägen politische Debatten die Novelle. Walter beklagt den Zustand Deutschlands, das seiner Meinung nach in einen „bellum omnium contra omnes“ abgleitet, ähnlich dem vor 200 Jahren. Er kritisiert die „deutschen Vaterlandsverräther“, die ihre Verbrechen als edle Taten ausgeben. Walter ist zutiefst enttäuscht von seiner Cousine Anna (Gräfin Urbach), die ihr Haus radikalen Parteiführern geöffnet hat und selbst zur „kommunistischen Schwärmerin“ geworden ist. Er kann ihre Ansichten nicht ertragen und vermeidet seit Wochen den Kontakt zu ihr. Reinhold versucht, Walter zu besänftigen und erinnert ihn an seine eigene frühere Neigung zu liberalen Ideen und George Sand.

Die Diskussion zwischen Reinhold und Walter vertieft sich. Sie debattieren über die deutsche Einheit, die Rolle von aristokratischen Institutionen und die Gefahren des „Pöbels“ oder Proletariats und eigennütziger Demagogen. Walter sieht die kurzsichtige Bourgeoisie als Wegbereiter der Pöbelherrschaft und des Kommunismus. Reinhold, der sich als „unverbesserlicher Aristokrat“ bezeichnet, lehnt sowohl die Willkür der Fürsten als auch die des Volkes ab. Er argumentiert, dass zur Sicherung der „Aristokratie der Intelligenz“ die „Aristokratie des Besitzes“ notwendig sei, da Besitz ein materieller Maßstab für die Würdigkeit der Wähler sei. Er sieht nur zwei stabile Optionen für Deutschland: aristokratische Monarchie/Demokratie oder kommunistische Republik.

Die Handlung führt zu Annas Haus, wo es zu einem Auflauf kommt. Herr Advokat Fuchsius, ein „Mann des Volkes“, spricht zur Menge, nutzt Phrasen wie „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“, versucht aber auch, die Menge zu beruhigen. Später trifft Fuchsius bei Anna mit Reinhold, Walter, einem Doktor und Graf Zalorsky zusammen. Es kommt zu einer lebhaften politischen Diskussion über Verfassungen, Demokratie, das Proletariat und die Rolle des Königs von Preußen. Reinhold verteidigt seine Sicht einer auf Besitz basierenden Wahlberechtigung, während Fuchsius und der Doktor die konstitutionelle Monarchie auf breiter demokratischer Basis befürworten. Der Doktor äußert Skepsis gegenüber reiner Demokratie. Reinhold kritisiert „Phrase“ und Volksredner.

Die persönliche Ebene wird wieder wichtiger: Es wird klar, dass Anna mit Graf Zalorsky verlobtist. Reinhold empfindet sofortige Abneigung gegen Zalorsky und vermutet, er könnte der aufwieglerische Stadtschreiber sein. Walter ist tief getroffen von Annas Verlobung, worauf Reinhold scherzhaft-ernst reagiert.

Am nächsten Morgen erhält Anna einen Brief von Zalorsky, der um ein letztes Treffen in einer Kirche bittet. Zugleich warten Walter und Reinhold auf Nachricht von Anna und erhalten ebenfalls Briefe. Reinhold erhält die Zusage, dass die Bauern-Deputation vom König empfangen wird. In der Kirche beobachtet Reinhold zufällig, wie Zalorsky seinem Begleiter eine Notiz in slavischer Sprache zusteckt, die er als Drohung entziffert: „wenn sie kommt, so wollen wir dafür sorgen, daß sie nicht wieder geht“.

Parallel dazu wird bekannt, dass Plakate zu einer Volksversammlung ausgegeben wurden, die Aufklärung über den Urheber des „Krawalls“ (Reinhold, der sich in Annas Haus flüchtete, als er von Bauern bedrängt wurde) versprechen. Der Doktor informiert Reinhold und Anna, dass ein „vertrauter Proletarier“ Reinhold und Walter als „heillose Aristokraten und Reaktionäre“ bezeichnet hat, die Leute aus dem Volk misshandeln. Angesichts dieser gefährlichen Stimmung raten der Doktor und Reinhold Anna und Walter dringend zur Abreise. Anna ist schmerzlich berührt, dass sie Zalorskys Bitte nicht erfüllen kann und befürchtet, Walter seiner Rache auszusetzen. Sie reist mit Walter ab.

Reinhold bleibt zurück, um seine Verpflichtungen gegenüber der Bauern-Deputation zu erfüllen. Er ist entschlossen, die feindselige Volksstimmung gegen sich zu bekämpfen. Er begleitet einen Studenten zu einer Studentenversammlung. Später, in einem Brief, berichtet Reinhold, dass es ihm gelungen sei, die Stimmung in der Volksversammlung und bei der Bauern-Deputation für sich zu gewinnen. Trotzdem wurde er Opfer eines feigen Meuchelmords aus Privatinteressen, dessen Urheber unklar bleibt. Er beklagt den Zustand des „niederträchtigsten Faustrechts“.

Nach seiner Genesung, unterstützt von der akademischen Legion unter der Leitung des „braven Schweppermann“, gibt Walter ein Fest. Dort hält Schweppermann eine politische Rede, in der er unter Berufung auf Goethe und Naturbetrachtungen (Waldanalogie) scharf gegen die „hundsföttischen Bastardphilister“ und die Demokratie der „Pöbelherrschaft“ polemisiert, die persönliche Freiheit morde. Er unterscheidet diese von einer „wahren Volksherrschaft“ und beklagt, dass die Masse der Bevölkerung leicht von Demagogen missbraucht werde.

Die Novelle endet mit der Reflexion über die Ungleichheit in der Natur und Gesellschaft und die Notwendigkeit einer Ordnung, die von den „Besten“ getragen wird, um die Freiheit zu sichern. Sie schließt mit der Frage, ob das deutsche Volk die Kraft haben wird, diesen Weg zu wählen. Die politische und persönliche Ebene sind eng verwoben, wobei die politischen Diskussionen den Hauptteil der Erzählung ausmachen und die Ereignisse oft als Anlass oder Beispiel dienen.


Rudolf W. L. C. von Keudell, Die Politiker. Tendenz-Novelle, geschrieben im Herbst 1848. Dresden und Leipzig: Arnoldische Buchhandlung, 1849.