Müller: Georg Volker


KI, Inhalt:

Absolut. Hier ist eine Inhaltsangabe zu Otto Müllers Roman „Georg Volker“ aus dem Jahr 1848, basierend ausschließlich auf den von Ihnen bereitgestellten Auszügen.

Der Roman „Georg Volker“ spielt im Jahr 1848, einer Zeit großer politischer Umwälzungen und der deutschen Revolution. Ein zentraler Schauplatz ist der Grabenhof, das Gut des Protagonisten Georg Volker. Georg ist ein gebildeter Mann mit einer beeindruckenden Bibliothek, der jedoch das Leben eines Bauern führt und sein Gut akkurat verwaltet. Er wird von den Einheimischen als „Bauernkönig“ bezeichnet und scheint Einfluss auf die Bevölkerung zu haben.

Der Roman beginnt oder umfasst eine Zeit, in der Georgs Freund Germanos den Grabenhof besucht. Germanos ist ein Intellektueller, der früher als Professor tätig war und nun ein begeisterter Anhänger der revolutionären Bewegung ist. Er wurde früher beschuldigt, seine Studenten zu revolutionieren und Revolution zu predigen. Die beiden Freunde führen lange und wichtige Gespräche über die politischen Ereignisse, insbesondere die Revolutionen in Paris, Wien und Berlin. G

Germanos schildert die erwachte Freiheitsbegeisterung des Volkes in Deutschland und ist überzeugt, dass der richtige Zeitpunkt für eine Revolution gekommen ist. Er sieht Deutschland an einem Wendepunkt, an dem die Unterdrückung enden muss. Georg teilt zwar die Überzeugung, dass Reformen notwendig sind, zeigt sich aber zunächst zögerlicher und besorgter über den möglichen unglücklichen Ausgang und die Gefahren eines blutigen Konflikts. Er hinterfragt, ob das deutsche Volk wirklich eine Republik will und ob die Bewegung nicht in falsche Bahnen geraten könnte.

Parallel zu den politischen Entwicklungen gibt es ein persönliches Geheimnis, das Georgs Leben überschattet. Germanos beobachtet in der Ruine des Grabenhofs, genauer im „Narrenthurm“, den Matthelans, den als närrisch beschriebenen Mann des Hofes, zusammen mit einem Unbekannten. Kurz darauf stellt Georg fest, dass wichtige Papiere seines verstorbenen Vaters aus seinem Pult entnommen und zurückgelegt wurden. Diese Papiere sind für Georg von unschätzbarem Wert und enthalten Rätselhaftes. Sowohl Georg als auch Germanos vermuten, dass der Narr dabei die Hand im Spiel hatte und von jemandem geleitet wurde. Später äußert Germanos den Verdacht, dass der Unbekannte im Turm der Graf von Nellenburg selbst war.

Die Papiere enthüllen schließlich die wahre Herkunft Georgs: Er ist der Sohn des verstorbenen Grafen Leopold. Sein Vater gab ihm die Briefe auf dem Sterbebett. Georgs Mutter war ebenfalls verheiratet, möglicherweise mit einem Mann von hohem Rang. Die Briefe erzählen eine Geschichte unglücklicher Geschicke und einer seltenen, aber segenslosen Liebe. Georgs Vater starb unter Umständen, die Georg als Mord betrachtet („vergifteten Wein“), und er fühlt sich zur Rache verpflichtet. Ein Major Waldemar, Cousin des jetzigen Grafen, versichert Georg jedoch später, dass Graf Leopold einen natürlichen Tod starb, was Georgs Pläne durchkreuzt.

Ein zentraler Antagonist ist der Graf von Nellenburg, der Standesherr der Gegend. Zwischen ihm und den Bauern besteht ein tief sitzender Konflikt. Der Graf wird als jemand dargestellt, der seine Macht ausnutzt und Intrigen spinnt. Insbesondere der Hauptmann von Bärenhorst, ein Freund von Germanos und Georg, hegt tödlichen Hass auf den Grafen und stachelt die Bauern zur Auflehnung und Widerstand gegen die gräfliche Herrschaft auf.

Die revolutionäre Stimmung führt zu konkreten Verschwörungsplänen. Germanos und der Hauptmann von Bärenhorst haben heimlich Anhänger unter den Bauern im Odenwald gewonnen und stehen an der Spitze einer verzweigten Verschwörung. Sie haben Waffen und Munition gesammelt. Georg ist einstimmig als Führer dieser Bewegung ausersehen. Der Hauptmann plant einen Aufstand und will Tausende Männer sammeln, um auf das Schloss Nellenburg vorzurücken. Germanos berichtet, dass er bereits geheime Verbindungen zu auswärtigen Volksführern geknüpft hat.

In diese Handlung tritt die junge Gräfin Eugenia, die Cousine der Gräfin Mathilde. Sie wird als intelligent, anmutig und mit einem warmen Gemüt beschrieben. Eugenia fühlt sich in ihrer eigenen aristokratischen Welt, geprägt von Vorurteilen und Berechnung, einsam und unverstanden. Sie erkennt in Georg ein Opfer des Standessystems und entwickelt tiefe Gefühle für ihn. Obwohl sie zur Aristokratie gehört, scheint sie deren Werte zu hinterfragen. Sie wird zu einer wichtigen Figur, da sie Georg durch geheime Briefe vor den Plänen des Grafen warnt.

Sie kennt die Gefahr, die über Georg und seinen Freunden schwebt. In einem Gespräch in der Schlossruine fleht sie Georg an, sein gefährliches Unternehmen aufzugeben, und offenbart, dass Truppen zur Niederschlagung des Aufruhrs unterwegs sind. Georg ist tief bewegt von ihrer Anteilnahme, erklärt aber, dass er sich nicht mehr zurückziehen kann, da sein Wort, seine Ehre und Überzeugung an das Unternehmen gebunden sind.

Auch das Schicksal des Paul Werner wird beleuchtet. Er steht vor einem Standgericht, angeklagt des Ehrenverrats und des Übertritts zu den Feinden. Er gesteht, dass sein einziges Motiv Rache am Grafen von Nellenburg für das Schicksal seiner Eltern war. Seine Geschichte wurde ihm vom Hauptmann von Bärenhorst erzählt.

Die Schenkung des Grabenhofs an Georg durch seinen Vater, Graf Leopold, und die entsprechende Schenkungsurkunde sind ebenfalls Teil des Geschehens. Georg vertraut das Dokument Annli an, einem jungen Mädchen, das sich sehr um ihn sorgt. Sie glaubt das Dokument verloren zu haben, was ihr große Angst bereitet, doch Georg beruhigt sie und erklärt, dass der Verlust des Dokuments nicht das Wichtigste sei. Später stellt sich heraus, dass der Amtmann Leo, ein Diener des Grafen, die Schenkungsurkunde wiedererlangt und dem Grafen übergibt, wobei er den Grabenhof für das gräfliche Haus beansprucht.

Obwohl der Aufstand im Odenwald geplant ist und Truppen entsandt werden, scheint es, als bliebe eine größere, deutschlandweite Erhebung aus. Germanos argumentiert, dass ein isolierter Aufstand im Odenwald leicht niedergeschlagen werden könnte und die Sache der Freiheit gefährden würde. Er rät davon ab, den Kampf zu wagen, bevor die Revolution in Süddeutschland insgesamt reif ist oder bevor Nachrichten von außen eintreffen.

Georg erkennt ebenfalls die aussichtslose Lage, da das übrige Land ruhig bleibt und neue Bataillone heranrücken. Trotz der drohenden Niederlage und der Möglichkeit zur Flucht entscheidet sich Georg, zu bleiben, da er die Freiheit nicht als etwas ansieht, das man durch Flucht gewinnt, sondern nur, indem man ausharrt. Germanos widerspricht dem Wunsch nach einem Märtyrertod und plädiert dafür, zu leben und weiterzukämpfen.

Das Ende des Romans ist in den Auszügen nicht abschließend geklärt, aber die Ereignisse deuten auf die Niederschlagung des Odenwälder Aufstands hin und lassen die Zukunft der Revolution sowie das persönliche Schicksal Georgs, Germanos‘, Paul Werners und Eugenias offen, auch wenn die reaktionären Kräfte des Grafen und des Amtmanns vorerst erfolgreich zu sein scheinen. Georgs Bindung an seine Überzeugungen und sein Schicksal bleiben bestehen.


Otto Müller, Georg Volker. Ein Roman aus dem Jahre 1848. 3 Bde. Bremen: Franz Schlodtmann, 1851.