U
Franz G. Ullmayer, Katzenmusik und Hunds-Conversation. [Wien:] Lell [ca. 1848].
↗️Sammlung Uni Frankfurt
Franz G. Ullmayer, diverse kurze Stücke
↗️Wienbibliothek
Alexander von Ungern-Sternberg, Die Royalisten. (= Neupreußische Zeitbilder, Bd. 1) Bremen: Franz Schlodtmann, 1848. [Schauplatz: Berlin] [PS 249f.; DG 613f.]
↗️Inhalt (CH)
↗️Google
↗️mobileread (ePUB)
Kritik …
»Alexander von Sternbergs Trilogie ›Neupreußische Zeitbilder‹ […], ein aristokratisch-royalistisches Pamphlet zur Abrechnung mit der Revolution von 1848, erschien in den Jahren 1848/49, also noch während des revolutionären Geschehens […] und kann als eines der stilbildenden literarischen Werke reaktionärer Provenienz betrachtet werden.
Alexander von Sternberg schreibt im Vorwort zum ersten Band, ›Die Royalisten‹, es sei ihm daran gelegen, ›ein getreues Bild der Zustände, wie sie eben erlebt worden, zu geben‹ (V), und seine Stellung sei ›von keiner Seite her abhängig‹ (VI); er gibt aber zu, ›daß er für Preußens Größe und Ruhm […] mit Wärme eingenommen‹ (VII) sei, hält gleichwohl sein Werk für ›eine offene, freie, unparteiische […] Darstellung‹ (VII).
Genau diese erhält der Leser jedoch nicht, sondern ein durch und durch konterrevolutionäres Machwerk, das jegliche den Veränderungen zugeneigte Haltung mit durchsichtigster Satire bis hin zum Gebrauch sprechender Namen wie ›Caspar Schindelschmeisser‹ oder ›Herr Begaffe‹ (I, 61) lächerlich zu machen trachtet; wenn die oben genannten Namen in einem Atemzug mit Georg Herwegh, dem zeitgenössischen revolutionären Dichter, genannt werden, enthüllt sich die Perfidie eines solchen Verfahrens. […]« [BW; die vollständige Kritik auf mobileread, s.o.]
Alexander von Ungern-Sternberg, Die beiden Schützen. (= Neupreußische Zeitbilder, Bd. 2) Bremen: Franz Schlodtmann, 1849.
↗️Google
Alexander von Ungern-Sternberg, Die Kaiser-Wahl. (= Neupreußische Zeitbilder, Bd. 3) Bremen: Franz Schlodtmann, 1849.
↗️Google
Alexander von Ungern-Sternberg, Links:
↗️Mobileread (alle drei Bände als ePUB)
↗️Wikisource (zu den Werken)
↗️MDZ (Sternberg selbst hat sein Buch später bereut: s. seine »Erinnerungsblätter«, Bd. 4, S. 76ff.; zur Revolution selbst: Bd. 4, 71ff.)
Literatur & Kritik
Kritik:
↗️Gottschall(Bd. 4, S. 333)
↗️Google (Die Grenzboten. Zeitschrift für Politik und Literatur. 7. Jg. (1848), Nr. 41, S. 80.)
↗️Digitale Sammlungen (BSB) (Allgemeine Zeitung)
↗️Varnhagen von Ense »Dies Erzeugniß [seine ›Erinnerungsblätter‹], wie alles von ihm, ist ein sprechendes Beispiel begabter Unreife, nicht unreifer Begabung, wie man vielleicht lieber sagen möchte, denn die Hauptsache ist wirklich die Unreife, an die sich die Begabung angesetzt hat. Er schreibt fließend, angenehm, sehr elegant und nie bloße Phrasen, aber seine Gedanken sind kurzer Art, seine Gefühle ganz persönlich wie seine Urtheile, seine Bilder nur Umrisse. Sein Vernünfteln über Adel ist possirlich, seine Reue, der Reaktion und dem Königthum gedient zu haben, klingt komisch wie die Klage über eine verfehlte Spekulation.« (Varnhagen von Ense, Tagebücher. Aus dem Nachlaß. Bd. 12. Hamburg: Hoffmann & Campe, 1870. S. 212, Eintrag vom 18.8.1855.)
↗️todspannung.de (Überblick über das Werk u. die vermutete Homosexualität v. U.-St.)
⏹️Christoph Hamann, Zeitromane als Zeitkritik. Die Berliner Revolution 1848 in zeitgenössischen Romanen (unter Mitarbeit von Wolfgang Hink). In: Der Bär von Berlin. Jahrbuch, 73. Folge (2024), S. 17-37.
⏹️Anneliese Molsberger, Adel und Adelsgesinnung in den Zeitromanen Alexander v. Ungern-Sternbergs. Halle, Phil Diss., 1929. Würzburg: Werkbund-Druckerei, 1929. 86 S.
⏹️Edgar Weil, Alexander von Sternberg (Peter Alexander Freiherr von Ungern-Sternberg). Ein Beitrag zur Literatur- und Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts. Berlin: Emil Ebering, 1932. 148 S. (Reihe: Germanische Studien, Nr. 130).
V
Regula Venske, Ach Fanny! Vom jüdischen Mädchen zur preußischen Schriftstellerin. Fanny Lewald [Jugendroman]. Berlin: Elefanten Press, 1988. 104 S. (Reihe: EP, Nr. 264)
↗️Wikipedia (zur Autorin)
Verlagstext …
»Wer war Fanny Lewald? Geboren 1811 in Königsberg, Jüdin, Schriftstellerin. ›Du bist mein liebstes ältestes Kind‹, sagte der Vater und hat sie doch hart und streng erzogen. ›Etwas sehnlich wünschen ist ein großes Glück‹, schrieb Fanny später. Als sie ein junges Mädchen war, hatte ihr Vater sie gezwungen, ihren Liebsten fortzuschicken. Später noch musste sie ihn fragen, ob sie Schriftstellerin werden dürfte, und niemand sonst durfte wissen, dass sie sich mit dem Schreiben ernährte. Was es bedeutete, Jüdin in Deutschland zu sein, wie schwer es war, als Frau einen anderen Weg als den vorgeschriebenen einzuschlagen, und wie widersprüchlich die Ansichten dieser ›Kämpferin für die Frauen-Emanzipation‹ heute klingen, schildert dies Buch anschaulich.« (Verlagstext; WW)
Walther Victor, Es ward Frühling 1848. Bilder aus einem großen Jahr. Berlin: Aufbau-Verlag, 1948.
↗️Wikipedia (zum Autor)
Clara Viebig, Das Eisen im Feuer. Berlin: Fleischel, 1913.
↗️Inhalt
↗️Wikipedia (zur Autorin)
↗️Internet Archive (ePub)
↗️Gutenberg-de (Text online)
↗️Wikipedia (zum Roman)
Literatur & Inhalt …
↗️Literaturkritik.de (Würdigung des Gesamtwerks)
⏹️Braun-Yousefi, Ina: Clara Viebig im Kontext. Schauspiele – Romane – Novellen (Schriften zur Clara-Viebig-Forschung, Bd. 3), Nordhausen: Bautz, 2021. Darin auch ein Aufsatz zu »Das Eisen im Feuer«.
↗️e-bookshelf.de (Vorwort u.a. zu Braun-Yousefi)
Viebigs Roman spielt in Berlin und behandelt die Zeit von der sog.»Kartoffelrevolution«1847 bis zum Preußisch-Österreichischen Krieg 1866 anhand der Figur des Schlossers Hermann Henze.
Zentraler Teil ist die Darstellung der Revolution von 1848, angefangen von den öffentlichen Versammlungen und Forderungen an den König bis hin zum Barrikadenkampf.
Viebig geht es nicht primär um eine bloße Wiedergabe historischer Fakten. Ihr Interesse gilt den Auswirkungen dieser politischen Ereignisse auf die Berliner Bevölkerung, insbes. auf das Arbeiter- und Handwerkermilieu, auf Kleinbürgertum und Händler. Die Aristokratie kommt nur am Rande vor – ein eklatanter Unterschied zu den zeitgenössischen (früheren) Romanen über die Revolution. [WH]
Clara Viebig, Die Wacht am Rhein. Berlin: Friedrich Fontane, 1902.
↗️Inhalt
↗️Wikipedia (zum Roman))
↗️Gutenberg-de (Text online)
↗️Internet Archive (ePub)
Zum Inhalt …
Das Besondere an Clara Viebigs Roman »Die Wacht am Rhein« von 1902 ist sicher die gelungene Verknüpfung von individueller Familiengeschichte und deutscher Historie des 19. Jahrhunderts. (Der Titel hat übrigens mit dem gleichnamigen patriotischen Lied wenig gemein.) Viebig gibt hier einen lebendigen Einblick in die Entstehungsphase des Deutschen Reiches und das komplexe Verhältnis zwischen den Regionen, das Deutschland bis heute prägt.
Ein zentrales Thema ist die spannungsreiche Verschmelzung des »preußischen Wesens« mit der rheinischen Mentalität. Dieser Gegensatz wird im Kleinen innerhalb der Familie Rinke/Zillges ausgetragen: Der lutherische, extrem pflichtbewusste preußische Feldwebel Rinke heiratet die katholische, lebenslustige Düsseldorfer Wirtstochter Trina. Dieser »Kulturkampf« im Privaten spiegelt die politischen Spannungen der Zeit.
Das zweite Buch stellt die Revolution von 1848 in den Mittelpunkt: Es schildert die Unruhen nicht nur als abstraktes politisches Ereignis, sondern als familiäre Zerreißprobe. In der Nacht der Barrikadenkämpfe in Düsseldorf stehen sich Vater (der loyale preußische Soldat) und Sohn (der rebellische Wilhelm) unmittelbar gegenüber.
Das dritte Buch führt die Handlung über den Krieg von 1866 bis in die Zeit des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71. [WH]
Friedrich Theodor Vischer, Auch Einer. Eine Reisebekanntschaft. Roman. 2 Bände. Stuttgart und Leipzig: Hallberger, 1879.
↗️Inhalt (KI)
↗️Inhalt (Wikipedia)
Bd. 1: ↗️DTA
Bd. 2: ↗️DTA
↗️Gutenberg-de (Volltext)
↗️Wikipedia (zu F. Th. Vischer)
Die Revolution von 1848 spielt in Vischers Roman eine bedeutende Rolle, obwohl die Handlung Jahre später spielt. Sie bildet einen frühen biografischen Einschnitt im Leben der Hauptfigur A. E., prägt deren persönliches Schicksal und bildet den politischen und moralischen Kontext des Romans. Literarisch besonders mit seiner originellen Synthese aus Metaphysik und Humor. [WH]
Carl Vogt, Untersuchungen über Thierstaaten. Frankfurt a. M.: Literar. Anstalt (J. Rütten), 1851. XVI, 248 S. [Satire]
↗️Inhalt
↗️Google
↗️Internet Archive (ePUB)
↗️Wikisource (Volltext online)
↗️Wikipedia (zu C. V.)
↗️Wikisource (Ernst Krause: Vogt, Karl. In: Allgemeine Deutsche Biographie, Band 40 (1896), S. 181–189.)
↗️Deutsches Museum (Rezension S. 147f.)
Vogts »Untersuchungen über Thierstaaten« (1851) ist eine bissige Satire, die zoologische Beobachtungen nutzt, um die deutsche Politik, insbesondere die konstitutionelle Monarchie und die Akteure der 1848er Revolution, zu kritisieren.
Das Buch selbst ist so ziemlich die ungewöhnlichste Lektüre, die mir im 1848er Zusammenhang bisher untergekommen ist: originell, satirisch, klug, radikal und witzig. Vogt erklärt sich hier übrigens zum Anhänger der Anarchie.
Zentrales Beispiel ist für ihn der Bienenstaat als Typus der konstitutionellen Monarchie. Die Bienenmonarchie setzt sich zusammen aus der Königin (Monarchin, die allein Eier legt), den Drohnen (Pairs/Adel, die keine Arbeitswerkzeuge u. keine Waffe besitzen u. von Renten leben) und den Arbeitern (Proletariat, verkümmerte Weibchen, zur Arbeit verdammt).
Zitat:
»Die Bienenkönigin legt bis 200 Eier im Tage – in anderthalb bis zwei Monaten zuweilen selbst bis 12,000 Eier! Welche Perspektive für Englands Größe und staatliche Entwicklung, wenn die konstitutionelle Viktoria sich diesem erhabenen Vorbilde auch nur einigermaßen nähern könnte!« (S. 67)
Vogt – demokratischer Politiker und angesehener Naturwissenschaftler – war entschiedener Vertreter des naturwissenschaftlichen Materialismus und Anhänger der Darwinschen Theorie. Siehe den ausführlichen Artikel bei Wikipedia, der auch seinen Rassismus thematisiert. [WH]
»Karl Vogt’s Thierstaaten hier verboten! Jetzt, so spät! — « (Varnhagen von Ense, Tagebuch, 19.3.1852)
W
W. siehe unter »Leuchtkugeln«
Max Waldau [d.i. Richard Georg Spiller von Hauenschild], Aus der Junkerwelt. 2 Bde. Hamburg: Hoffmann und Campe, 1850/1851.
↗️Inhalt
Bd. 1: ↗️Google ↗️MDZ
Bd. 2: ↗️Google ↗️Deutsche Digitale Bibliothek
↗️ub-uni-leipzig.de (Einbändige Ausgabe v. 1898)
↗️Gutenberg-de (Text online)
↗️qumran.org (ePUB)
Max Waldaus »Aus der Junkerwelt« (1850/51) ist ein vielschichtiger Roman, aber kein reines Erzählwerk. Die Geschichte der Hehlen-Familie bildet den roten Faden, der eine Familienintrige innerhalb des Adels mit umfassenden sozialen, politischen und kulturellen Reflexionen verbindet.
Der Roman ist durchzogen von der Auseinandersetzung mit Tradition und Fortschritt, Adel und bürgerlicher Welt, sowie einer kritischen Betrachtung der gesellschaftlichen Zustände vor und während der Revolution von 1848. Waldau denkt über die Bedeutung von Wörtern nach, über die Rolle der Kunst in der Gesellschaft, über Architektur, die Natur des Genies und die menschliche Suche nach Wissen und dem Wunderbaren. Auch die Rolle der Frau kritisiert er mit deutlich feministischen Aussagen. Parallel dazu kommentiert er die Zeitereignisse und gesellschaftlichen Veränderungen um 1848. Immer wieder greift er dabei zu satirischen Mitteln, um die geistige Erstarrung der Junkerwelt und die verlogenen Konventionen der Gesellschaft anzugreifen, so auch in der längeren Passage über den Kranich als Wappentier der Familie.
Die Revolution ist für ihn nicht nur ein politisches Ereignis, sondern eine naturgesetzliche Kraft, die notwendigerweise eintritt, um ein »mißwüchsiges, auf unsittlicher Basis ruhendes Gebäude« zu erschüttern. An der praktischen Durchführung allerdings übt er scharfe Kritik: Er bemängelt das Fehlen eines echten revolutionären Bewusstseins und verspottet den »Retrospektivismus« – die Tendenz, Ideale in einer verklärten Vergangenheit statt in der Zukunft zu suchen.
Waldaus »Junkerwelt« gehört – zusammen mit Fanny Lewalds ›Wandlungen‹ – sicher zu den literarisch anspruchsvolleren Romanen zum Thema, auch in seinen satirischen Teilen. [WH]
Max Waldau, Nach der Natur. Lebende Bilder aus der Zeit. 3 Bde. Hamburg 1850.
↗️Inhalt
Bd. 1, Tyrol, 1847: ↗️Google
Bd. 2, Schlesien, 1847/1848: ↗️Google [Am Ende ein Aufstand auf dem Lande]
Bd. 3, Baden, 1848: ↗️Google [Die Handlung beginnt am 21.5.1848]
Max Waldau, Links
↗️Wikipedia (zum Autor)
↗️Wikisource (Links zu den Werken)
↗️Deutsches Museum (Robert Prutz: Zur Erinnerung an Max Waldau. In: Deutsches Museum, Nr. 4, 20. Januar 1859, S. 129–141.)
↗️sbc.org.pl (Max Waldau-Heft. Zum 100. Geburtstage Georgs von Hauenschild (24. März 1925). Bearbeitet von Wilhelm Mak.) [Sammlung von Aufsätzen, u.a. zur politischen Einstellung Max Waldaus; mehrere Abbildungen.]
↗️cyfrowe.mnk.pl (Ludwig Geiger: Max Waldau zum Gedächtnis. In: Zeitschrift f. Bücherfreunde. Hg. Fedor von Zobeltitz. 8. Jg. (1904/1905), Heft 12: März 1905. S. 457–468.) [Mit einem Porträt Waldaus]
↗️Google (Mielke (1898) über Waldau, S. 240–242.)
↗️MDZ (Prutz (1859) über Waldau, S. 115–134.)
Werner Walz, Das tolle Jahr. Stuttgart: Verlag Hohenstaufen, 1942. 406 S.
↗️Wikipedia (zum Autor)
Karl Wartenburg, Frei ist der Bursch. Roman aus Deutschlands Sturm- und Drangzeit, mit einem Vorwort von A. Träger. Varel i. O.: Allmers, 1901. VIII, 236 S.
↗️Wikipedia (zum Autor)
Jakob Wassermann, Die Gefangenen auf der Plassenburg. In: Velhagen & Klasings Almanach; 1909. Berlin u.a.: Velhagen & Klasing, 1909. S. 113–148. [Nicht textgleich mit den späteren Ausgaben.]
↗️Wikipedia (zum Autor)
Verlagstext …
»Bis zur Machtübernahme durch die Nationalsozialisten zählte Jakob Wassermann zu den Bestseller- Autoren des frühen 20. Jahrhunderts. Heute steht sein Werk vor einer Wiederentdeckung. Einen Eindruck seiner literarischen Qualität vermittelt die Novelle ›Die Gefangenen auf der Plassenburg‹. Sie erzählt den blutigen Aufstand von Zuchthausinsassen während der Revolution von 1848, indem sie auf faszinierende Weise historisch authentische Abläufe mit Fiktionalem verbindet.«(Verlagstext; WW)
Fritz Weber, Die Trommel Gottes. Ein Roman aus Alt-Österreich. München: Franz Eher, 1936. 331 S.
↗️Wikipedia (zum Autor)
Verlagstext …
»Fritz Weber hat in dieser packenden Geschichte des jungen k. k. Reiteroffiziers Sonnleitner, den das Schicksal von den reichgedeckten Tafeln eines sorglosen Daseins im heiteren Wien in die wilden Stürme des Völkerfrühlings der Jahre 1848/49 wirbelte, den heldenhaften Freiheitskämpfern, die vor nunmehr bald hundert Jahren in unbändiger Sehnsucht und unerschütterlicher Gläubigkeit auf den dröhnenden Sturmruf der Trommler Gottes harrten, der heiligen Trommel aus den Bergen Tirols, die schon am Berg Isel und auf der Leipziger Walstatt die Männer zum Kampf gerufen hat.« (Verlagstext, WW)
Susann Wedekind, 1848 Revolution und Sehnsucht. [Roman] Jena, Plauen, Quedlinburg: Verlag Neue Literatur, 2009. 121 S.
Verlagstext …
»Die junge, talentierte Clara will sich nicht unterordnen. In einer Zeit, in der Frauen nur wenige Rechte besitzen, bricht sie aus ihrer gescheiterten Ehe aus und verlässt den Mann, der sie betrogen hat. Sie flüchtet zu ihrem einzigen Freund. Peter ist in einer Gruppe von Freiheitskämpfern aktiv, die ihre Arbeit und ihren Kampf den Idealen des Seelenvogels verschrieben haben: Freundschaft und bedingungslose Loyalität. Was die Kämpfer nicht wissen, Clara ist die Autorin des für die Gruppe so wegweisenden Buches Der Seelenvogel, das sie unter einem Pseudonym veröffentlicht hat. Fasziniert und mitgerissen von den drängenden Ideen der Freiheitskämpfer, wird sie immer tiefer in die politischen Aktionen der Gruppe verstrickt. Schließlich kommt es zum Straßenkampf, und Clara ist mittendrin im Strudel der blutigen Ereignisse von 1848.« (Verlagstext; WW)
Wolfgang Wegner und Evamaria Steinke, Jan Ochsenknecht oder Die abenteuerliche Entdeckung des Friedens. Stuttgart, Wien: Thienemann, 1998. 191 S.
↗️gmeiner-verlag (zu Wegner)
Verlagstext …
»Ein historischer Roman über eine weithin unbekannte Region und Epoche der deutschen Geschichte: Das Schicksal des holsteinischen Ochsenknechts Jan Rasmus im deutsch-dänischen Krieg des Revolutionsjahres 1848. Die Fakten wurden sorgfältig recherchiert. […]« (Verlagstext; WW)
Georg Weerth, Leben und Taten des berühmten Ritters Schnapphahnski. Hamburg: Hoffmann und Campe, 1849. (Zuerst in: Neue Rheinische Zeitung, 8.8.1848–21.1.1849)
↗️Inhalt
↗️Deutsches Textarchiv
↗️Internet Archive (ePub)
↗️Wikisource (Text online)
↗️Wikipedia (zum Autor)
Mehr Details …
↗️Gutenberg-de (Text online, in zwei Ausgaben)
↗️literaturgeschichten.de (zum Inhalt; v. Moritz Pottkämper)
Georg Weerths Roman ist untrennbar mit der Revolution von 1848 verknüpft, obwohl diese erst gegen Ende thematisiert wird. Der Zusammenhang liegt in der satirischen Demaskierung des Adels, die in der Zeit des Vormärz beginnt und in der direkten politischen Agitation der Revolutionsmonate gipfelt.
In den ersten Kapiteln schildert Weerth die moralische Hohlheit des »Helden« durch feige Duelle, finanzielle Betrügereien und Liebesabenteuer. Der Übergang zur eigentlichen Revolution erfolgt erst im Kapitel »Die Politik« mit der Eröffnung des Vereinigten Landtags 1847. Im August 1848 wird dann das Kölner Domfest zum zentralen Schauplatz der Revolutionszeit. Weerth nutzt dieses historische Ereignis, um die scheinbare Verbrüderung zwischen den Fürsten und den bürgerlichen Volksvertretern als eine »Domfarce« zu entlarven.
Besonders bedeutsam ist der Stimmungsbruch am Ende des Werkes: Der bis dahin dominierende satirische Humor versiegt völlig angesichts der blutigen Realität der Gegenrevolution. Weerth kontrastiert das festliche Treiben des Adels mit den »kugelzerrissenen Leichen der Proletarier« in Paris, Wien und Berlin sowie dem »blutigen Haupt eines Robert Blum«. Am Ende steht der Sieg der alten, reaktionären Mächte und Schnapphahnski ist zu einem ihrer bedeutenden Politiker geworden. [WH]
Renate Welsh, Das Lufthaus. Graz: Styria, 1994. 384 S.
↗️Wikipedia (zur Autorin)
Verlagstext …
»Pauline stammt aus einer großbürgerlichen, jüdischen Familie. Als sie sich in den andersgläubigen Studenten Max Gritzner aus Wien verliebt, verweigert der Vater dieser Verbindung den Segen. Doch allen religiösen Vorurteilen zum Trotz werden die beiden ein Paar – und geraten in die politischen Wirren der 1848er Revolution.
Breslau, Paris, London und Amerika sind Stationen eines abenteuerlichen Lebens, in dem Pauline nicht heimisch wird. Ihre Liebe zu Max und ihr kurzes familiäres Glück mit zwei kleinen Söhnen reichen nicht aus, die Brüche zu kitten.
Renate Welsh hat dieses dramatisch bewegte Frauenleben nicht erfunden, es ist ein authentisches Schicksal. Alte Dokumente, Briefe aus der Vergangenheit ihrer eigenen Familie boten den Stoff zu diesem historischer Roman aus dem 19. Jahrhundert.« (amazon)
Wilhelm Westerholt, Das Haus der 7 Teufel. Eine Essendische Geschichte von Weibteufeln, Aufrührern u. e. unglücklichen Liebe. Essen: Reismann-Grone, 1935. 152 S.
Michael Weyand s. Mischa Martini (Ps.)
Adolf Widmann, Der Tannhäuser. Berlin: Franz Duncker, 1850. [nicht verifiziert]
↗️MDZ
↗️Google
↗️Wikipedia (zum Autor)
Peter Wierichs, Mosel – Mörder – Revoluzzer. Historischer Krimi. Zell/Mosel: Rhein-Mosel-Verlag, 2018. 381 S.
↗️lexikon westfälischer … (zum Autor)
Verlagstext …
»Herbst 1848: Das deutsche Volk hat sich zum ersten Mal gegen Fürstenherrschaft und Kleinstaaterei aufgelehnt, aber im Moseltal leidet die Bevölkerung aufgrund der seit Jahren andauernden Weinkrise große Not. Da werden in einem kleinen Winzerdorf bei Bernkastel kurz nacheinander ein Großwinzer und ein Wucherer ermordet. Gleichzeitig kommt es in der Stadt zu einem Aufruhr, weil die preußischen Behörden einige der örtlichen Revolutionsführer verhaften wollen. Dorfschulmeister Alexander Martini, dessen Herz für ein einiges und freies Deutschland, aber auch für die schöne Winzerstochter Maria schlägt, versucht Licht in die Affäre zu bringen. Dabei gerät er in den Strudel der politischen Ereignisse und der dunklen Machenschaften in seinem Dorf.« (Verlagstext; WW)
Moritz Wiggers, Kinkels Befreiung. Leipzig 1863. [Schauplatz: Berlin]
↗️Wikisource (Text online)
↗️Mobileread (ePUB)
↗️Wikipedia (über Moritz Wiggers)
Els von Wildegg s. Else Pfaff.
Ottilie Wildermuth, Auguste. Ein Lebensbild. Stuttgart: Adolph Krabbe, 1858. VIII, 200 S. [nicht verifiziert]
↗️MDZ
↗️Wikipedia (zur Autorin)
↗️Wikisource (Links zum Werk)
Emil Wismer, Roulez tambours! Ein Heimatroman. Zürich: Schweizer Druck- u. Verlagshaus, 1942. 268 S. [Handelt 1856; Kampf zwischen Republikanern und Royalisten in Neuenburg; nicht verifiziert]
Bruno Hans Wittek, Sturm überm Acker. Roman. Breslau: Ostdeutsche Verlagsanstalt, 1927. 406 S.
↗️Wikipedia (zum Autor)
Rezension von Robert Neumann …
»Dialekt, Heimat. Vollkommen aufgelöst in Szenchen, nicht fortschreitend, sondern motivisch, additiv ohne Steigerung. Konsequent ein volkstümliches Präsens, das nicht papieren wirkt. Das Buch hebt sich bei Darstellung des Jahrs 1848 in Wien (und gibt ein Jahr nach dem wiener 15. Juli 1927 zu denken, wie verschieden geglückte und mißglückte Aufstände gewertet werden). Ein demokratisches Buch.« (Robert Neumann, in: Die Literatur, 30. Jg., 1927/1928, S. 703.)
Friederike Marie Ernestine Wolfhagen (Ps.) siehe Marie Norden.
G. A. Wollenhaupt, Das Helden-Mädchen auf der Barrikade in Dresden. In: Frauen-Zeitung, Nr. 12, 7.7.1849. S. 7. [Lyrik]
↗️slub-dresden
Z
Otto Zierer, Das tolle Jahr 1848. Vermächtnis der Idealisten.
Murnau, München, Innsbruck, Olten: Verlag Sebastian Lux, o.J. [1948] (= Lux-Lesebogen, Nr. 25. Geschichte) [Erzählung]
↗️Wikipedia (zu Otto Zierer)
Heinz-Jürgen Zierke, Sieben Rebellen. Rostock: Hinstorff Verlag, 1967. 357 S. [nicht verifiziert]
↗️Wikipedia (zum Autor)
Verlagstext …
»An einem Morgen im Februar 1848. Hinrich Knubbe hebt die Peitsche. ›Schlag zu!‹, befiehlt Herr von Negendangk. Aber Knubbe lässt die Peitsche sinken vor dem Bauern Krumbeck, dem Vater seiner Braut. Und der Herr hetzt ihn mit Hunden vom Hof. In der Stunde der Not findet Hinrich neue Freunde, Bauernsöhne, Tagelöhner, Bürger aus der Kreisstadt. Nur Krumbeck verschließt vor ihm das Tor. Der landstolze Kleinbauer will seine Tochter nicht dem Leibkutscher geben. Negendangk ruft das Militär. Da bricht in Berlin die Revolution aus. Die Soldaten ziehen ab. Die Bauern veranlassen Krumbeck, seine Zustimmung zur Hochzeit zu geben. Kaum aber haben sich die Stürme der Revolution gelegt, erhalten Knubbe und seine Freunde im Dorf den Gestellungsbefehl. Jetzt vor der Ernte? Sie ziehen zum Landratsamt, um ihre Freistellung zu verlangen. Neugierige strömen ihnen zu. Die Behörden fürchten einen Aufstand und schicken nach den Kürassieren. Fünf Mann schlagen sich nach Berlin durch. Sie geraten in den Sturm auf das Zeughaus. Hinrich wird verwundet. Er will Preußen verlassen. Aber die Sehnsucht nach Gertrud und dem Kind, das sie erwartet, lässt ihn noch einmal die Heimat aufsuchen. Unerkannt gelangt er bis zu Krumbecks Gehöft. Aber der Bauer, aus Angst um seine Tochter, liefert ihn den Häschern aus.« (Verlagstext; WW)
Zimmermann s. unter »Leuchtkugeln«
Konrad Zitelmann [Pseudonym: Konrad Ernst], Der Ruhestörer. Leipzig: Otto Wigand, 1851. (= Norddeutsche Bauerngeschichten, Bd. 6) [nicht verifiziert]
↗️MDZ
↗️Wikipedia [zu Zitelmann]
↗️Deutsches Museum (Rezension)
Rudolf Zwetz, Die Jungen von 1848. Berlin, 1926. [Roman] 105 S.