U–Z


U


Franz G. Ullmayer, Katzenmusik und Hunds-Conversation. [Wien:] Lell [ca. 1848].
↗️Sammlung Uni Frankfurt


Franz G. Ullmayer, diverse kurze Stücke
↗️Wienbibliothek


Alexander von Ungern-Sternberg, Die Royalisten. (= Neupreußische Zeitbilder, Bd. 1) Bremen: Franz Schlodtmann, 1848. [Schauplatz: Berlin] [PS 249f.; DG 613f.]
↗️Inhalt (CH)
↗️Google 
↗️mobileread (ePUB)

»Alexander von Sternbergs Trilogie ›Neupreußische Zeitbilder‹ […], ein aristokratisch-royalistisches Pamphlet zur Abrechnung mit der Revolution von 1848, erschien in den Jahren 1848/49, also noch während des revolutionären Geschehens […] und kann als eines der stilbildenden literarischen Werke reaktionärer Provenienz betrachtet werden.

Alexander von Sternberg schreibt im Vorwort zum ersten Band, ›Die Royalisten‹, es sei ihm daran gelegen, ›ein getreues Bild der Zustände, wie sie eben erlebt worden, zu geben‹ (V), und seine Stellung sei ›von keiner Seite her abhängig‹ (VI); er gibt aber zu, ›daß er für Preußens Größe und Ruhm […] mit Wärme eingenommen‹ (VII) sei, hält gleichwohl sein Werk für ›eine offene, freie, unparteiische […] Darstellung‹ (VII).

Genau diese erhält der Leser jedoch nicht, sondern ein durch und durch konterrevolutionäres Machwerk, das jegliche den Veränderungen zugeneigte Haltung mit durchsichtigster Satire bis hin zum Gebrauch sprechender Namen wie ›Caspar Schindelschmeisser‹ oder ›Herr Begaffe‹ (I, 61) lächerlich zu machen trachtet; wenn die oben genannten Namen in einem Atemzug mit Georg Herwegh, dem zeitgenössischen revolutionären Dichter, genannt werden, enthüllt sich die Perfidie eines solchen Verfahrens. […]« [BW; die vollständige Kritik auf mobileread, s.o.]


Alexander von Ungern-Sternberg, Die beiden Schützen. (= Neupreußische Zeitbilder, Bd. 2) Bremen: Franz Schlodtmann, 1849. 
↗️Google


Alexander von Ungern-Sternberg, Die Kaiser-Wahl. (= Neupreußische Zeitbilder, Bd. 3) Bremen: Franz Schlodtmann, 1849.
↗️Google 


Alexander von Ungern-Sternberg, Links:
↗️Mobileread (alle drei Bände als ePUB)
↗️Wikisource (zu den Werken)
↗️MDZ (Sternberg selbst hat sein Buch später bereut: s. seine »Erinnerungsblätter«, Bd. 4, S. 76ff.; zur Revolution selbst: Bd. 4, 71ff.)

Kritik:
↗️Gottschall (Bd. 4, S. 333)
↗️Google (Die Grenzboten. Zeitschrift für Politik und Literatur. 7. Jg. (1848), Nr. 41, S. 80.)
↗️Digitale Sammlungen (BSB) (Allgemeine Zeitung)
↗️Varnhagen von Ense »Dies Erzeugniß [seine ›Erinnerungsblätter‹], wie alles von ihm, ist ein sprechendes Beispiel begabter Unreife, nicht unreifer Begabung, wie man vielleicht lieber sagen möchte, denn die Hauptsache ist wirklich die Unreife, an die sich die Begabung angesetzt hat. Er schreibt fließend, angenehm, sehr elegant und nie bloße Phrasen, aber seine Gedanken sind kurzer Art, seine Gefühle ganz persönlich wie seine Urtheile, seine Bilder nur Umrisse. Sein Vernünfteln über Adel ist possirlich, seine Reue, der Reaktion und dem Königthum gedient zu haben, klingt komisch wie die Klage über eine verfehlte Spekulation.« (Varnhagen von Ense, Tagebücher. Aus dem Nachlaß. Bd. 12. Hamburg: Hoffmann & Campe, 1870. S. 212, Eintrag vom 18.8.1855.) 
⏹️Christoph Hamann, Zeitromane als Zeitkritik. Die Berliner Revolution 1848 in zeitgenössischen Romanen (unter Mitarbeit von Wolfgang Hink). In: Der Bär von Berlin. Jahrbuch, 73. Folge (2024), S. 17-37.


V


Clara Viebig, Das Eisen im Feuer. Berlin: Fleischel, 1913.
↗️Inhalt
↗️Mobileread (ePUB)
↗️Gutenberg-de (Text online)
↗️Wikipedia (zum Roman)
↗️Literaturkritik.de (Würdigung des Gesamtwerks)
⏹️Braun-Yousefi, Ina: Clara Viebig im Kontext. Schauspiele – Romane – Novellen (Schriften zur Clara-Viebig-Forschung, Bd. 3), Nordhausen: Bautz, 2021. Darin auch ein Aufsatz zu »Das Eisen im Feuer«.
↗️e-bookshelf.de (Vorwort u.a. zu Braun-Yousefi)

Viebigs Roman spielt in Berlin und behandelt die Zeit von der sog. »Kartoffelrevolution« 1847 bis zum Preußisch-Österreichischen Krieg 1866 anhand der Figur des Schlossers Hermann Henze.
Zentraler Teil ist die Darstellung der Revolution von 1848, angefangen von den öffentlichen Versammlungen und Forderungen an den König bis hin zum Barrikadenkampf. 
Viebig geht es nicht primär um eine bloße Wiedergabe historischer Fakten. Ihr Interesse gilt den Auswirkungen dieser politischen Ereignisse auf die Berliner Bevölkerung, insbes. auf das Arbeiter- und Handwerkermilieu, auf Kleinbürgertum und Händler. Die Aristokratie kommt nur am Rande vor – ein eklatanter Unterschied zu den zeitgenössischen (früheren) Romanen über die Revolution. [WH]


Clara Viebig, Die Wacht am Rhein. Berlin 1902.
↗️Inhalt
↗️Wikipedia (zum Werk)
↗️Gutenberg-de (Text online)
↗️Archive.org


Friedrich Theodor Vischer, Auch Einer. Eine Reisebekanntschaft. Roman. 2 Bände. Stuttgart und Leipzig: Hallberger, 1879.
↗️Inhalt (KI)
↗️Inhalt (Wikipedia)
Bd. 1: ↗️DTA
Bd. 2: ↗️DTA
↗️Gutenberg-de (Volltext)
↗️Wikipedia (zu F. Th. Vischer)

Die Revolution von 1848 spielt in Vischers Roman eine bedeutende Rolle, obwohl die Handlung Jahre später spielt. Sie bildet einen frühen biografischen Einschnitt im Leben der Hauptfigur A. E., prägt deren persönliches Schicksal und bildet den politischen und moralischen Kontext des Romans. Literarisch besonders mit seiner originellen Synthese aus Metaphysik und Humor. [WH]


Carl Vogt, Untersuchungen über Thierstaaten. Frankfurt a. M.: Literar. Anstalt (J. Rütten), 1851. XVI, 248 S. [Satire]
↗️Inhalt
↗️Google
↗️Internet Archive (ePUB)
↗️Wikisource (Volltext online)
↗️Wikipedia (zu C. V.)
↗️Wikisource (Ernst Krause: Vogt, Karl. In: Allgemeine Deutsche Biographie, Band 40 (1896), S. 181–189.)
↗️Deutsches Museum (Rezension S. 147f.)

Vogts »Untersuchungen über Thierstaaten« (1851) sind eine bissige Satire, die zoologische Beobachtungen nutzt, um die deutsche Politik, insbesondere die konstitutionelle Monarchie und die Akteure der 1848er Revolution, zu kritisieren. 

Das Buch selbst ist so ziemlich die ungewöhnlichste Lektüre, die mir im 1848er Zusammenhang bisher untergekommen ist: originell, satirisch, klug, radikal und witzig. Vogt erklärt sich hier übrigens zum Anhänger der Anarchie. 

Zentrales Beispiel ist für ihn der Bienenstaat als Typus der konstitutionellen Monarchie. Die Bienenmonarchie setzt sich zusammen aus der Königin (Monarchin, die allein Eier legt), den Drohnen (Pairs/Adel, die keine Arbeitswerkzeuge u. keine Waffe besitzen u. von Renten leben) und den Arbeitern (Proletariat, verkümmerte Weibchen, zur Arbeit verdammt).

Zitat: 
»Die Bienenkönigin legt bis 200 Eier im Tage – in anderthalb bis zwei Monaten zuweilen selbst bis 12,000 Eier! Welche Perspektive für Englands Größe und staatliche Entwicklung, wenn die konstitutionelle Viktoria sich diesem erhabenen Vorbilde auch nur einigermaßen nähern könnte!« (S. 67)

Vogt – demokratischer Politiker und angesehener Naturwissenschaftler – war entschiedener Vertreter des naturwissenschaftlichen Materialismus und Anhänger der Darwinschen Theorie. Siehe den ausführlichen Artikel bei Wikipedia, der auch seinen Rassismus thematisiert. [WH]

»Karl Vogt’s Thierstaaten hier verboten! Jetzt, so spät! — « (Varnhagen von Ense, Tagebuch, 19.3.1852)


W


W. siehe unter »Leuchtkugeln«


Max Waldau [d.i. Richard Georg Spiller von Hauenschild], Aus der Junkerwelt. 2 Bde. Hamburg: Hoffmann und Campe, 1850/1851.
↗️Inhalt
Bd. 1: ↗️Google ↗️MDZ
Bd. 2: ↗️Google ↗️Deutsche Digitale Bibliothek
↗️ub-uni-leipzig.de (Einbändige Ausgabe v. 1898)
↗️Gutenberg-de (Text online)
↗️qumran.org (ePUB)

Max Waldaus »Aus der Junkerwelt« (1850/51) ist ein vielschichtiger Roman, aber kein reines Erzählwerk. Die Geschichte der Hehlen-Familie bildet den roten Faden, der eine Familienintrige innerhalb des Adels mit umfassenden sozialen, politischen und kulturellen Reflexionen verbindet. 

Der Roman ist durchzogen von der Auseinandersetzung mit Tradition und Fortschritt, Adel und bürgerlicher Welt, sowie einer kritischen Betrachtung der gesellschaftlichen Zustände vor und während der Revolution von 1848. Waldau denkt über die Bedeutung von Wörtern nach, über die Rolle der Kunst in der Gesellschaft, über Architektur, die Natur des Genies und die menschliche Suche nach Wissen und dem Wunderbaren. Parallel dazu kommentiert er die Zeitereignisse und gesellschaftlichen Veränderungen um 1848. Immer wieder greift er dabei zu satirischen Mitteln, um die geistige Erstarrung der Junkerwelt und die verlogenen Konventionen der Gesellschaft anzugreifen, so auch in der längeren Passage über den Kranich als Wappentier der Familie.

Die Revolution ist für ihn nicht nur ein politisches Ereignis, sondern eine naturgesetzliche Kraft, die notwendigerweise eintritt, um ein »mißwüchsiges, auf unsittlicher Basis ruhendes Gebäude« zu erschüttern. An der praktischen Durchführung allerdings übt er scharfe Kritik: Er bemängelt das Fehlen eines echten revolutionären Bewusstseins und verspottet den »Retrospektivismus« – die Tendenz, Ideale in einer verklärten Vergangenheit statt in der Zukunft zu suchen.

Waldaus »Junkerwelt« gehört – zusammen mit Fanny Lewalds ›Wandlungen‹ – sicher zu den literarisch anspruchsvolleren Romanen zum Thema, auch in seinen satirischen Teilen. [WH]


Max Waldau, Nach der Natur. Lebende Bilder aus der Zeit. 3 Bde. Hamburg 1850.
↗️Inhalt
Bd. 1, Tyrol, 1847: ↗️Google 
Bd. 2, Schlesien, 1847/1848: ↗️Google [Am Ende ein Aufstand auf dem Lande]
Bd. 3, Baden, 1848: ↗️Google [Die Handlung beginnt am 21.5.1848]


Max Waldau, Links
↗️Wikipedia (zum Autor)
↗️Wikisource (Links zu den Werken)
↗️Deutsches Museum (Robert Prutz: Zur Erinnerung an Max Waldau. In: Deutsches Museum, Nr. 4, 20. Januar 1859, S. 129–141.)
↗️sbc.org.pl (Max Waldau-Heft. Zum 100. Geburtstage Georgs von Hauenschild (24. März 1925). Bearbeitet von Wilhelm Mak.) [Sammlung von Aufsätzen, u.a. zur politischen Einstellung Max Waldaus; mehrere Abbildungen.]
↗️cyfrowe.mnk.pl (Ludwig Geiger: Max Waldau zum Gedächtnis. In: Zeitschrift f. Bücherfreunde. Hg. Fedor von Zobeltitz. 8. Jg. (1904/1905), Heft 12: März 1905. S. 457–468.) [Mit einem Porträt Waldaus]


Werner Walz, Das tolle Jahr. Stuttgart: Verlag Hohenstaufen, 1943.
↗️Wikipedia (zum Autor)


Georg Weerth, Leben und Taten des berühmten Ritters Schnapphahnski. Hamburg: Hoffmann und Campe, 1849. (Erstveröff.: Neue Rheinische Zeitung, 8.8.1848–21.1.1849)
↗️Inhalt
↗️Deutsches Textarchiv
↗️Wikipedia (zum Autor)
↗️Wikisource (Text online)
↗️Gutenberg-de (Text online, in zwei Ausgaben)
↗️literaturgeschichten.de (zum Inhalt; v. Moritz Pottkämper)


Adolf Widmann, Der Tannhäuser. Berlin: Franz Duncker, 1850. [nicht verifiziert]
↗️MDZ
↗️Google
↗️Wikipedia (zum Autor)


Moritz Wiggers, Kinkels Befreiung. Leipzig 1863. [Schauplatz: Berlin]
↗️Wikisource (Text online)
↗️Mobileread (ePUB)
↗️Wikipedia (über Moritz Wiggers)


Wolfhagen, Friederike Marie Ernestine, siehe Marie Norden


G. A. Wollenhaupt, Das Helden-Mädchen auf der Barrikade in Dresden. In: Frauen-Zeitung, Nr. 12, 7.7.1849. S. 7. [Lyrik]
↗️slub-dresden


Z


Otto Zierer, Das tolle Jahr 1848. Vermächtnis der Idealisten.
Murnau, München, Innsbruck, Olten: Verlag Sebastian Lux, o.J. [1948] (= Lux-Lesebogen, Nr. 25. Geschichte) [Erzählung]
↗️Wikipedia (zu Otto Zierer)


Zimmermann s. unter »Leuchtkugeln«


Konrad Zitelmann [Pseudonym: Konrad Ernst], Der Ruhestörer. Leipzig: Otto Wigand, 1851. (= Norddeutsche Bauerngeschichten, Bd. 6) [nicht verifiziert]
↗️MDZ
↗️Wikipedia [zu Zitelmann]
↗️Deutsches Museum (Rezension)


Rudolf Zwetz, Die Jungen von 1848. Berlin, 1926.
Buchschmuck und Einband: Artur Fohr. [Roman]