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Ja, in den vorliegenden Quellen spielt die Revolution eine wichtige Rolle, allerdings nicht primär als fortlaufende historische Erzählung ihrer Ereignisse, sondern vor allem im Kontext ihrer Ergebnisse, Enttäuschungen und der politischen Atmosphäre der Zeit danach.
Hier sind die zentralen Punkte, wie die Revolution thematisiert wird:
- Zeitlicher Rahmen: Das „Vorspiel“ des Textes ist auf Dezember 1848 datiert. Die detailliert beschriebenen Ereignisse des Domfests in Köln finden am 14. und 15. August 1848 statt. Dies sind direkte Verweise auf den Zeitraum der Revolution von 1848/49.
- Erwähnung von Institutionen und Ereignissen: Die Quelle spricht explizit von den „Zeiten des Vereinigten Landtags und der Revolution“ und nennt das „Patent des 3. Februar 1847“ sowie die Eröffnung des Vereinigten Landtags. Schlüsselpersonen und Institutionen der Revolutionszeit werden erwähnt, wie der Erzherzog Reichsverweser(Johann) und die Frankfurter Nationalversammlung. Mitglieder der Nationalversammlung wie Gagern, Soiron, Müller und Venedey sind anwesend und werden satirisch dargestellt.
- Fokus auf die politischen Nachwirkungen und Enttäuschungen: Der Text kommentiert die politische Lage nach den revolutionären Bestrebungen. Die Nationalversammlung wird verspottet [siehe unsere vorherige Diskussion]. Das Domfest in Köln wird als „kölnische Domfarce“ bezeichnet, bei der „hohen Herrn“ und „düpierten Volksrepräsentanten“ Pläne schmiedeten.
- Kritik an den Ergebnissen: Es wird scharf kritisiert, dass diese „feinen Pläne“ zu „standrechtlichen Erschießungen Wiens, in der Oktroyierung der preußischen und österreichischen Verfassung und in dem Lächerlichwerden der Frankfurter Versammlung“ führten. Dies ist eine deutliche Aussage über das Scheitern der Revolution und die darauf folgende Repression.
- Erwähnung von Opfern der Repression: Der Text verbindet die politische Satire direkt mit den blutigen Folgen der Revolution, indem er die „kugelzerissenen Leichen der Proletarier von Paris, von Wien und Berlin„, die „Sterbeseufzer der zertretenen Polen“, den „Hilferuf der gefolterten Ungarn“, den „Racheschrei der verwüsteten Lombardei“ und das „blutige Haupt eines Robert Blum“ erwähnt.
- Persönliche politische Äußerungen: Der Autor selbst bringt seine Haltung durch den Ausruf „Es lebe die Republik!“ zum Ausdruck, der in dem politischen Kontext des Gürzenich-Fests als „unerhörter Frevel“ empfunden wird und ihn Furcht vor Verfolgung (im Vergleich zu Prometheus oder Robert Blum) empfinden lässt.
- Schnapphahnskis politische Laufbahn: Sogar die Figur Schnapphahnski beginnt ihre politische Karriere in diesem Nach-Revolutions-Kontext. Seine Gönnerin, die Herzogin, drängt ihn in die Politik, da sie erkennt, dass „die kompakte, hausbackene Liebe erst dann ihren rechten Reiz erhält, wenn sie mit den »strong emotions« des öffentlichen Lebens Hand in Hand geht“.
Die Revolution spielt in den Quellen somit eine grundlegende Rolle als prägender historischer Hintergrund, der die politische Bühne, die gesellschaftlichen Verhältnisse und die Hoffnungen (und deren Zerschlagung) der Zeit bestimmt, in der die beschriebenen Ereignisse stattfinden und die Charaktere agieren.
Georg Weerth, Leben und Taten des berühmten Ritters Schnapphahnski. 1849.