Wahre Volksfreiheit erscheint nur selten
»Wahre Volksfreiheit in ihrer Macht und Herrlichkeit erscheint nur selten, und nie auf lange Dauer, — das zeigt die Geschichte leider, die alte wie die neue; allein sie erscheint doch immer wieder von Zeit zu Zeit, und dann gewaltig, unwiderstehlich. In Athens demokratischer Zeit — fast ein Jahrhundert —, in Frankreichs Revolution von 1789 — doch ein Jahrzehnt —, und dann 1830 und 1848 wieder, hab’ ich im Geiste den herrlichsten Frühling miterlebt, und 1848 endlich auch im eignen Volke, mit einer Freude, einer Genugthuung, einer Bewunderung des Volks, die mich fortan auf meinem noch übrigen Wege begleiten, als Lebenstrost, als Blüthe und Glanz des Menschendaseins! Schwindet die Sache auch allzu rasch, so bleibt doch das Gefühl. Auch das Liebesentzücken dauert nicht das ganze Leben hindurch, aber ist doch das seligste Ereigniß in jedem Leben.« (TB, 3.4.1850)