Das Jahr 1848 (1)
»[…] doch all diese Geschichtsmomente überstrahlt das Jahr 1848. Das Beste und Höchste der Deutschen kam da zum Vorschein, in überschwänglicher Fülle. Die ganze Nation war eine Einheit, wie noch nie, alle besten Kräfte und Talente, das reinste sittliche Streben, arbeiteten an Entwickelung und Ausbildung der neuen Zustände. Nie war in Deutschland soviel Gutes, Edles, Hohes so gemeinsam rege. Die Nation erwies sich großmüthig, hochgesinnt, maßvoll; nur klug und schlau war sie nicht! Daher ging auch alles schlecht. Sie war ihren innern Feinden nicht gewachsen, weil sie ihnen vertraute; sie ließ sich zu Dünkel und Eigensucht verleiten. Aber dennoch, die vier Monate der Freiheit und Selbstständigkeit, die wir erlebt haben, sind ein unvergänglicher Festtag in unserer Geschichte, der immer sich erneut, so oft wir seiner nur gedenken. Heil dem Jahre 1848! — « (TB, 6.1.1854)