Unruhen, Plünderungen | 22. April 1847

Unruhen, Plünderungen

»Unruhen auf den Märkten. Auflauf in der Charlottenstraße, auf dem Gensdarmenmarkt. Abends gewaltsames Stürmen der Bäckerladen, Konditoreien, dem Prinzen von Preußen die Fenster eingeworfen. Königsmarck eiligst zu dem Prinzen berufen. Die Truppen unzureichend. Horden schreiend und werfend in der Behrenstraße, unter den Linden, in der Mohrenstraße, Kanonierstraße; ich höre den Tumult, die Trommeln; erst nach Mitternacht wird es still. In anderen Stadttheilen ging es eben so her.

Heute mannichfache Nachrichten vom gestrigen Krawall, der heute in manchen Straßen noch am hellen Tage sich wiederholt! Plünderung der Bäckerladen, Versuch, die Straßen gegen die Reiterei zu verrammeln, heftige Zusammenstöße, viele Verwundete, auch Soldaten. Furchtbare Reden: ›Alle Reichen müssen todtgeschlagen werden‹, Verwünschungen gegen den König und die Prinzen &c. Doch hat das Ganze keinen politischen Karakter. Der Prinz von Preußen hat seine Scheiben am frühsten Morgen wieder machen lassen, man will nicht davon geredet wissen &c.« (TB, 22.4.1847)