Homers »Ilias« »Die ›Ilias‹ ist mit nichts in der Welt zu vergleichen, sie ist ein einziges, wunderbares, uns in seiner Kraft und Reichhaltigkeit kaum faßliches Geschichts- und Volkserzeugniß, gewiß das Werk oder vielmehr der Ertrag von Vielen, wie jedes große Schaffen der Menschen, die Reformation, die Revolution &c.« (TB, 11.10.1846)
Autor: whink
Varnhagen und seine Schimpfwörter
Schuft – Hundsfott – Kanaille In seinen privaten Aufzeichnungen bedient sich Karl August Varnhagen von Ense häufig einer scharfen, herabwürdigenden und im Sinne seiner Zeit »ordinären« Sprache. Er verwendet Beleidigungen wie »Schuft«, »Halunke« oder »Lump« oft als bewusste sprachliche Abkürzungen, sogenannte »epitheta ornantia«, um die moralische Nichtswürdigkeit von Personen des öffentlichen Lebens kurz und bündig festzuhalten. …
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Graf Valerian von Pfeil | 24. Oktober 1849
Graf Pfeil fordert öffentliche Auspeitschung »Rasende Aeußerungen eines Grafen von Pfeil in Schlesien, der die Frau, welche für Kinkel’s Leben zu bitten gewagt, öffentlich ausgepeitscht sehen will [vermutlich ist Gisela von Arnim gemeint, eine Tochter Bettina von Arnims; TB, 16.7.1849], für Preßvergehen Todesstrafe zulässig erachtet &c. Er heißt Valerian; ist es der, den ich früher …
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Bettina von Arnim | 25. Mai 1850
Bettina von Arnim »Ich sollte über Bettinens von Arnim eigenstes Wesen Auskunft geben. Ich sagte endlich: ›Häufen Sie Widersprüche auf Widersprüche, bergehoch, überschütten Sie alles mit Blumen, lassen Sie Funken und Blitze herausleuchten‚ und nennen Sie’s Bettina.‹« (TB, 25.5.1850)
Ein erschlagener Prinz | 8. Mai 1849
Ein erschlagener Prinz »In Dresden ist bei Erstürmung des Hotel de Saxe ein Prinz von Schwarzburg-Rudolstadt, der sich dort eines Augenübels wegen aufhielt, in seinem Zimmer von den Soldaten erschlagen worden. Ein Prinz! Das macht Aufsehn, das erregt Mitleid, da schreien die Vornehmen ganz empört über Rohheit und Wildheit der Soldateska; Hökerinnen, Kinder, Handwerker, Dienstmädchen, …
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Revolution 1848 | 11. März 1855
Das Jahr 1848 (2) Varnhagen von Ense sah in der Revolution von 1848 das bedeutendste Ereignis der deutschen Geschichte, das er oft in glühenden Worten verteidigte, selbst als die Reaktion bereits wieder die Oberhand gewonnen hatte: »Wenige Monate des Jahres 1848 haben die Decke zerrissen, die auf den allgemeinen Zuständen lag, haben uns das Unwürdige …
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Wie der Berliner sagt | 20. April 1858
Wie der Berliner sagt »Auch der Polizeipräsident von Zedlitz benimmt sich quatsch — wie der Berliner sagt, ohne Sinn und Verstand. — « (TB, 20.4.1858)
Offizier, Hund und Student | 27. Juni 1858
Offizier, Hund und Student »In einer Konditorei saßen zwei Offiziere, von denen der eine einen großen Hund hatte; dieser näherte sich zweien Studenten die nicht weit davon saßen, bettelte, und bekam einige Bissen, was sein Herr wo nicht wohlgefällig doch gleichgültig mit ansah. Der Hund, zutraulich geworden, stieg nun auf, und setzte seine Pfoten dem …
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Varnhagens Kontakte zur Revolution | WH
Varnhagens Kontakte zur Revolution Varnhagen sah sich selbst als Teil der demokratischen Bewegung, auch wenn er aufgrund seines Alters und seiner Gesundheit nicht mehr selbst zur Waffe greifen konnte. Zudem unterstützte er Revolutionäre durch Beratung und half Bettina von Arnim bei der Abfassung von Gnadengesuchen, etwa für den verurteilten Gottfried Kinkel. Er hatte enge persönliche …
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Des Königs wunderliche Manieren | 19.3.1841
Des Königs wunderliche Manieren »Man erzählt von des Königs wunderlichen Manieren; kommt er wo an, so wirft er seinen Mantel auf die Erde hinter sich ab, nimmt eine kleine Bürste, streicht sein Haar, und läßt sie zu Boden fallen, das Schnupftuch, welches er gebraucht, ebenfalls; natürlich sind alle Hände gleich bereit, das ihm Lästige abzunehmen, …
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Sie sollen sich in Acht nehmen! | 5. April 1842
Sie sollen sich in Acht nehmen! »Sie sollen sich in Acht nehmen! Die Zukunft gehört nicht ihnen, die gehört uns, den Nichtbegünstigten, den Zurückstehenden, sie gehört uns, auch wenn wir sie nicht erleben!« (TB, 5.4.1842; auch Motto zu Bd. 2)
Starke Werbung für die Demokratie | 1. Juni 1852
Starke Werbung »Bei dem großen Schützenfest in Potsdam hat die Demokratie starke Werbung gemacht, bloß durch das grobe, beleidigende Betragen der Prinzen und Höflinge!« (TB, 1.6.1852)
Der sittenlose Adel | WH
Der sittenlose Adel Varnhagen von Ense äußert sich in seinen Tagebüchern regelmäßig und in einer Weise über die Sittenlosigkeit des Adels, die deutlich macht, dass er dies nicht als bloße Einzelfälle, sondern als ein Symptom eines moralischen Verfalls der oberen Stände betrachtet. Er hält zahlreiche Vorfälle und Skandale fest, die von Korruptionsvorwürfen in den höchsten Staatsämtern bis hin zu sittlichen …
Tier und Mensch | 24. Juli 1851
Tier und Mensch »Hundebesuch; die prächtige Dogge Trimm; gewaltige Kraft und große Sanftmuth und sogar Schüchternheit. Ich denke mir viel bei solchem Thier, immer neues Erstaunen! Unsre nahen Mitgeschöpfe, sie wie die Pferde stehen in tiefem Bezuge zu den Menschen, wir müssen ihnen dankbar sein und sie gut halten. —« (TB, 24.7.1851)
Sklavenhandel | 9. April 1853
Sklavenhandel »In englischen Blättern wird mit Zuversicht behauptet, daß zwei preußische Minister, Heydt und Simons, deren Gemeinschaft in Handelssachen auch hier kein Geheimniß ist, ihren Hauptgewinn vom Sklavenhandel ziehen, bei dem sie mit ihren Kapitalien betheiligt sind! Der Justizminister!! — « (TB, 9.4.1853)
Scheitern der Revolution | 25. September 1855
Scheitern der Revolution »Woran scheiterte eigentlich die Bewegung vom Jahr 1848? Am Stillstand Frankreichs, am zu großen Vertrauen der Völker, am Dünkel der Deutschtrunkenen, an der Dreiheit der Nationalversammlungen, in Frankfurt, Berlin und Wien.« (TB, 25.9.1855)
Frauen | WH
Frauen In den Tagebüchern Varnhagens finden sich zahlreiche Porträts von Frauen, die er aufgrund ihres scharfen Verstandes, ihrer politischen Unabhängigkeit und ihres Mutes bewunderte. Er suchte oft die Gesellschaft von Frauen, die sich über die engen bürgerlichen und höfischen Konventionen ihrer Zeit erhoben und aktiv am geistigen und politischen Leben teilnahmen. Ludmilla AssingSeine Nichte und …
Charles Dickens | 14. Januar 1843
Charles Dickens »In Nr. 5 und 6 des ›Magazins für die Litteratur des Auslandes‹ ist eine Schilderung von Blindenerziehung in Nordamerika von Dickens, und besonders eine Erzählung von einem taubstummen und blinden Mädchen Laura Bridgman, die durch Doktor Howe mit Erfolg unterrichtet worden, — Rührenderes und Erschütternderes habe ich nie gelesen! Dickens hat ein Meisterstück einfacher …
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Drei Damen des Hofes | 31. Mai 1852
Drei Damen des Hofes »Vor etwa fünf Jahren geschah in St. Petersburg folgendes Aergerniß. Drei Damen des Hofes machten mit einem vornehmen Offizier auf einer Maskerade allerlei Thorheiten, bald aber war ihnen der Schauplatz nicht frei genug, und sie fuhren in eine Restauration, wo sie sich besondre Zimmer geben ließen, ausgesuchte Speisen, Champagner im Ueberfluß; …
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Das Alter | 6. Dezember 1855
Das Alter »Nicht nur daß wir graue Haare bekommen, und Runzeln und dergleichen, macht uns alt, sondern auch, daß wir die Andern so werden sehen, am meisten aber, daß andre Sitten, andre Ansichten, andre Sprache und andre Worte herrschen; am eingreifendsten und niederschlagendsten ist das Veralten im geistigen Gebiet, ein Lied und eine Melodie, bei …
Die Erinnerung an 1848 (3) | 28. November 1856
Die Erinnerung an 1848 (3) »Daß das Jahr 1848 mit seinen Freiheitsbestrebungen in dem Kern der Berliner Einwohnerschaft noch unvergessen ist, davon zeugen mancherlei Wahrnehmungen; die Zeitungen, Plakate, Flugschriften und Bilder aus jener Zeit werden von vielen Bürgern sorgsam aufbewahrt, hin und wieder in stillen Abendvereinen vorgelesen. Ein schon bejahrter Handwerksmeister wollte kürzlich die von …
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Ludmilla Assing | WH
Ludmilla Assing Varnhagen von Ense schildert die Beziehung zu seiner Nichte und späteren Herausgeberin seiner Werke Ludmilla Assing als eine tiefe intellektuelle und emotionale Lebensgemeinschaft, in der sie ihm als wichtigste tägliche Gefährtin, Gesprächspartnerin und unentbehrliche Stütze zur Seite stand. Ihr eng verzahntes Privatleben äußerte sich in gemeinsamen Abenden beim Schachspiel (12.2.1853), dem Vorlesen von Briefen oder tiefgehenden Diskussionen über …
Friedrichshain | 18. März 1852
Friedrichshain »Auch heute war der ganze Friedrichshain durch starke Konstablerschaaren streng abgesperrt. Das Volk machte keinen Versuch einzudringen. Daß die Regierung die Feier des denkwürdigen Tages durch die strengsten Maßregeln verhindern muß, ist Feier genug. Die Polizeiköpfe, die uns anstatt der Staatsmänner regieren, werden nie klug! In den höchsten Regionen giebt es nur solche. — « …
Varnhagens Gesinnung | 6. Dezember 1840
Varnhagens Gesinnung »Eine Dame sagte mir heute, sie könne nicht klug daraus werden, wie ich eigentlich gesinnt sei, heidnisch oder christlich, monarchisch oder republikanisch, meine Aeußerungen seien aus allen Tonarten, und ließen bald das eine voraussetzen, bald das andre. Ich erwiederte auf diesen Angriff, sie müsse doch recht gut wissen, was ich sei, denn indem …
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Rahels Geburtstag | 19. Mai 1858
Rahels Geburtstag »Mein Feiertag heute! Vor siebenundachtzig Jahren heute, da Rahel zur Welt kam, war erster Pfingstfeiertag, auf diesen Tag und heute vertheilt sich also ihre Geburtstagsfeier.« (TB, 19.5.1858)
Aristokratie und Ständewesen | 11. Mai 1847
Aristokratie und Ständewesen »Diese bevorrechtete Aristokratie, diese Befestigung auch des untern Adelswesens, diese gewaltsame Einsperrung in Stände, wie soll das aufhören, ohne daß die gewaltsamsten Vorgänge stattfinden, Vorgänge, die, abgesehen von allem Erfolge, schon an sich die furchtbarste Heimsuchung sind? Unsre Staatsbildung ist auf lange, lange Jahre heillos verpfuscht!« (TB, 11.5.1847)
Belagerungszustand | 12. November 1848
Belagerungszustand »Was soll daraus werden? fragt jederman. Niemand weiß eine Antwort. Ich aber weiß, daß gewiß etwas dazwischen kommt, was die Gestalt der Dinge ändert. Die Regierung erscheint dem Volk als Feind. Der Haß gegen den König steigt ungeheuer. — Als ich nach Hause ging, waren die Plakate, wodurch für Berlin und zwei Meilen umher …
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Unruhen, Plünderungen | 22. April 1847
Unruhen, Plünderungen »Unruhen auf den Märkten. Auflauf in der Charlottenstraße, auf dem Gensdarmenmarkt. Abends gewaltsames Stürmen der Bäckerladen, Konditoreien, dem Prinzen von Preußen die Fenster eingeworfen. Königsmarck eiligst zu dem Prinzen berufen. Die Truppen unzureichend. Horden schreiend und werfend in der Behrenstraße, unter den Linden, in der Mohrenstraße, Kanonierstraße; ich höre den Tumult, die Trommeln; …
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Die schlesischen Weber | 16. Juni 1844
Die schlesischen Weber »Große Wuth herrscht am Hof und in den Oberbehörden gegen die schlesischen Weber, jeder Minister glaubt den andern und dem Könige zu schmeicheln, wenn er über die Verruchtheit der Aufrührer loszieht, wenn er die härtesten Strafen für sie begehrt. Man unterläßt nicht, auch von Aufwieglern im politischen Sinn, von bösen oder wenigstens …
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Schriftsteller und Gelehrte | WH
Schriftsteller und Gelehrte für die Revolution Varnhagen von Ense nennt in seinen Aufzeichnungen zahlreiche Schriftsteller und Gelehrte, die er als Kämpfer für die Freiheit und die Ideale der Revolution ansieht oder deren Werke er als geistige Waffen im politischen Kampf begreift. Für ihn ist die literarische Arbeit oft untrennbar mit dem politischen Fortschritt verbunden. Hier folgt …
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Barrikadenbau | 18. März 1848
Barrikadenbau »Auch in meiner Wohngegend regte sich schnell der Eifer zum Barrikadenbau; von den Linden heimgehend, sah ich schon alles an der Arbeit, und um nicht ausgesperrt zu werden, mußt’ ich eilen nach Hause zu gelangen, wo die Thüre schon verschlossen war. Rechts nach der Jägerstraße, links nach der Behrenstraße, vorwärts in der Französischen Straße, …
Am Vorabend | 16. März 1848
Am Vorabend der Revolution »Wenn ich den Hergang der Dinge betrachte und die Blindheit und Dummheit, die in den höheren Kreisen walten, so kommt es mir vor, ich säße vor der Bühne und sähe ein Drama aufführen, bei dem es mir graust. Der Dichter hat es so machen müssen, um eine Handlung durch mannigfache Steigerung …
Walter Scott | 29. Juli 1841
Walter Scott »Lady Morgan stimmt ganz in mein Urtheil über Walter Scott ein, er habe ein schönes Talent der Schilderung, wie ein niederländischer Mahler, aber Tiefe der Gedanken fehle ihm, der Geist werde nicht durch ihn bereichert, und das Herz nicht durch ihn erfreut; sein übergroßer Erfolg sei durch die Umstände und durch Partheiung bewirkt; …
Erinnerung an 1848 (2) | 23. August 1854
Erinnerung an 1848 (2) »Im untern Volke geschieht viel, um das Andenken von 1848 zu bewahren, bedeutende Zeitungsblätter, Flugschriften und geschichtliche Berichte werden in bürgerlichen Familien sorgfältig bewahrt, und an geeigneten Tagen andächtig vorgelesen. Auch bildliche Darstellungen mancher Vorfälle und Bildnisse der ächten Volksvertreter, die in keinem Bilderladen mehr zu haben sind, erhalten sich bei …
Lies den gesamten Beitrag →„Erinnerung an 1848 (2) | 23. August 1854“
Erinnerung an 1848 (1) | 23. August 1854
Erinnerung an 1848 (1) »Von vielen Seiten wendet man alles an, das Jahr 1848 und seine Erscheinungen aus dem Gedächtniß fallen zu lassen. Daß die Höfe, die Aristokraten, die Behörden, die Kriegsleute dies thun, ist sehr begreiflich, aber daß auch demokratische Blätter so sprechen, ist gar nicht recht! Manche thun so, als läge jene Zeit …
Lies den gesamten Beitrag →„Erinnerung an 1848 (1) | 23. August 1854“
Saint-Simonismus | 10. Februar 1845
Saint-Simonismus »›Die Rechte jedes Menschen‹ (Bern 1844). Eine kommunistische Schrift von Friedmund von Arnim. Auch der Fürst von Lynar soll etwas Kommunistisches in Druck gegeben haben. Immer noch Saint-Simonismus, der sich ausbreitet!« (TB, 10.2.1845)
Die Amazone von Kiß | 4. Februar 1840
Die Amazone von Kiß »Im Gießhause das Gypsmodell der Amazone von Kiß besehen. Kein guter Eindruck! Ich fürchte sehr, die Sache wird schlecht ausfallen. Das Pferd ist durch den Wulst entstellt, den der angesprungene Tiger macht; die Amazone erscheint übel zusammengedrückt. Man müßte das Gebild von oben ansehen, um einen guten Gesammtblick zu haben, von …
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Unsere fanatischen Weiber | 1. Juni 1854
»Wahre Megären« »Nichts geht über unsre fanatischen Weiber hier! Wahre Megären sind die Offiziersfrauen, Hofdamen und die knechtischen Bürger- und Beamtenweiber, die jenen nachschwatzen! Sie legen jetzt so grimmig gegen die Türken, Engländer und Franzosen los, wie früher gegen die Demokraten und 1848 gegen den König. Sie erheben die Russen und ihren Kaiser in den …
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Todes- und Prügelstrafe | 17. Mai 1853
Todes- und Prügelstrafe »Fast in allen deutschen Ländern ist die Todesstrafe wieder eingeführt, oder soll es werden. Eben so mit der Prügelstrafe. Wer jetzt getödtet und geprügelt werden soll, das ist klar. Aber künftig?!« (TB, 17.5.1853)
Bücher und Bilder | 20. Februar 1853
Bücher und Bilder »Was alle Regierungen übersehen, alle Polizeibehörden, das ist die ungeheure Verbreitung wohlfeiler Bücher, die Popularisirung aller Kenntnisse, voran und zumeist freilich der gewerblichen, gemeinnützigen, naturwissenschaftlichen, dann aber auch der höheren Naturschilderungen, Reisen, Darstellungen des Völkerlebens, Geschichtskunde, — es wimmelt von wohlfeilen Büchern der Art, sogar mit Bildern, die auch wohlfeil sind, — …
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Professor Gans | 23. März 1838
Professor Gans »Sechshundert Studenten brachten gestern Abend dem Professor Gans eine Abendmusik zu seinem Geburtstag, eigentlich aber für seinen Eifer zu Gunsten der sieben Göttinger Professoren. Nicht auf der Straße, nur auf dem Hofe des Hauses durfte die Sache vorgehen, nur mit Mühe war soviel vom Minister von Rochow nachgegeben, der Polizeipräsident hatte nichts auf …
Das Christentum und seine Sprache | 12. Dezember 1837
Das Christentum und seine Sprache »Daß das Christenthum ganz aus seiner ursprünglichen Sprache ausgetrieben ist, und nur in fremden fortlebt, war mir heute sehr merkwürdig. Bei keiner andern bekannten Religionsstiftung ist das zu finden. Jesus lehrte gewiß in hebräischer Sprache, wußte schwerlich eine andere; aber seine Lehre ist uns nur in griechischer und lateinischer Sprache …
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Sallust, Tacitus, Livius | 6. Januar 1837
Sallust, Tacitus, Livius »Sallustius, Tacitus, Livius, — eine uns fremde Welt! Im Zusammenhange rasch hintereinander gelesen, machen diese Autoren einen unglaublichen Eindruck. Niebuhr meinte einmal gegen mich, er zweifle, ob jetzt jemand, außer ihm, den Livius wirklich ganz gelesen habe, und war sehr verwundert, als ich ihm sagte: Ich. Es gehört aber Muth dazu, wenn …
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Spott gegen das Christentum | 15. Oktober 1836
Spott gegen das Christentum »Ich bin versichert, daß eine Zeit kommen wird, wo man die Spöttereien und Ausfälle gegen die Mythen und Kirchenformen des Christentums, wie sie zum Beispiel Voltaire, Friedrich der Große, d’Alembert verübt haben, gutmüthig und ohne Aergerniß ansehen, ja ein frommer Christ sich daran mit Beifall ergötzen wird, wie schon jetzt an …
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Ein Flüchtling ermordet | November 1835
Flüchtling in Zürich ermordet »In der Nacht vom 3. zum 4. November wurde bei Zürich der Leichnam eines jungen Menschen ermordet gefunden, achtundvierzig Stichwunden zählte man an ihm, die meisten in der Gegend des Herzens, noch eine größere Zahl hatte die Bekleidungsstücke durchlöchert. Dies alles ließ auf mehrere Thäter und auf den Gebrauch von Dolchen …
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Die Geschichte | 2. Juni 1849
Die Geschichte »[D]ie Geschichte ist ein Gerichtshof, den die Könige nicht bestehen können, gegen den alle ihre Macht in Staub zerfällt wie sie selbst.« (TB, 2.6.1849)
Der Bauernstand in Frankreich | 26. September 1856
Der Bauernstand in Frankreich »Durch die Revolution hat der Bauernstand in Frankreich sich bedeutend gehoben, Freiheit, Besitz und Wohlfahrt erlangt; nach und nach hat sich eine neue Unterdrückung eingefunden, die des kleinen Besitzes durch die Geldmacht, und man schildert den jetzigen Bauer in Frankreich als sehr unglücklich. Er bearbeitet seinen eignen Boden fast nur noch …
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Bilderläden | 6. Februar 1849
Bilderläden »An allen Bilderläden steht das Volk gedrängt und freut sich der Bildnisse der linken Abgeordneten.« (TB, 6.2.1849)
Bettina von Arnim | 3. Februar 1849
Bettina von Arnim »Bettina versichert mich mit wahrer Rührung, ich sei jetzt ihr einziger Freund, sie habe niemanden, mit dem sie frei sprechen könne außer mir.« (TB, 3.2.1849)
Der Belagerungszustand | 31. Januar 1849
Der Belagerungszustand »Ein General, der von Wrangel kam, sagte heute ganz bestimmt, der Belagerungsstand daure nur fort, damit man mißliebige Personen ausweisen und die Presse beschränken könne; er werde erst aufhören, wenn die neuen Kammern ein ordentliches Preßgesetz gemacht haben werden, d. h. eines, wobei die Freiheit ein Gespött wird!« (TB, 31.1.1849)
Der extreme Reaktionär: »Bürger Pfeil« | WH
Der extreme Reaktionär: »Bürger Pfeil« Varnhagen von Ense liefert in seinen Tagebüchern ein sehr detailliertes und meist vernichtendes Bild des Grafen Ludwig von Pfeil, das ihn als einen der extremsten und zugleich widersprüchlichsten Vertreter der Reaktion darstellt. Politischer Frontenwechsel (»Bürger Pfeil«): Ein besonders brisantes Detail ist Pfeils Verhalten während der Revolution von 1848. Varnhagen berichtet, dass Pfeil …
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Der reaktionäre Adel | WH
Der reaktionäre Adel Varnhagen von Ense widmet in seinen Tagebüchern der Schilderung und scharfen Kritik des reaktionären Adels, den er meist als »Junkerparthei« oder »Kreuzzeitungsparthei« bezeichnet, breiten Raum. Er beschreibt diese Kreise als eine eigennützige Elite, die den Staat und sogar das Königthum ihren eigenen Standesinteressen unterordnen will. Dazu gehören u.a. die Gebrüder von Gerlach: …
Wahre Volksfreiheit | 3. April 1850
Wahre Volksfreiheit erscheint nur selten »Wahre Volksfreiheit in ihrer Macht und Herrlichkeit erscheint nur selten, und nie auf lange Dauer, — das zeigt die Geschichte leider, die alte wie die neue; allein sie erscheint doch immer wieder von Zeit zu Zeit, und dann gewaltig, unwiderstehlich. In Athens demokratischer Zeit — fast ein Jahrhundert —, in Frankreichs Revolution von …
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Der »Krieg gegen die Toten« | WH
Der Friedhof der Märzgefallenen Zum Friedhof der Märzgefallenen im Friedrichshain dokumentiert Varnhagen in seinen Tagebüchern mit bitterem Zorn eine Entwicklung, die von öffentlicher Verehrung über systematische staatliche Verdrängung bis hin zu Plänen für eine vollständige Beseitigung reicht. Nach der Revolution wurde der Friedhof von der Bevölkerung intensiv gepflegt. Varnhagen beschreibt bei einem Besuch im Oktober 1848 die …
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Fürst Pückler-Muskau | 15. Juli 1858
Beim Fürsten Pückler-Muskau in Branitz »Der Zwerg Billy mit bei Tisch, eine Art Factotum, Vertrauter, Aufseher, Besorger, aufmerksam, verständig, in seiner Art gebildet. Nach dem Essen mit dem Fürsten in seinen Zimmern bis halb 2 Uhr, in stets lebhafter Unterhaltung. — Papagaien an der Treppe, ein grüner im Käfig, der vortrefflich gesprochen haben soll, aber seit ein …
Lies den gesamten Beitrag →„Fürst Pückler-Muskau | 15. Juli 1858“
Bettina von Arnim | 28. August 1857
Bettina von Arnim: eine Verrückte »Magnus behauptete, Bettina selber sei immer eine Verrückte gewesen, voll Eitelkeit, Selbstsucht und Willkür, ihre Unarten hätten für Genie gegolten. Ich vertheidigte ihre ursprüngliche Gutherzigkeit, den Glanz ihrer Phantasie […]« (TB, 28.8.1857)
Voltaire | 25. September 1848
Voltaires »Philosophisches Wörterbuch« »In Voltaire’s ›Philosophischem Wörterbuch‹ gelesen. Unerschöpflicher Witz, Scharfsinn, Belesenheit!« (TB, 25.9.1848)
Zwei Revolutionen | 1. Juli 1849
Erinnerung an zwei Revolutionen »Ich habe als Knabe die französische Freiheit erlebt, als Greis die deutsche, was will ich mehr? Den Trost kann mir nichts mehr nehmen, ich habe doch einmal in vollen Zügen Freiheitsluft geathmet, ihre ganze Kräftigung empfunden, das war vorigen Sommer, jeden Morgen erwacht’ ich mit diesem Gefühl der Freiheit; keine Behörde, …
Lies den gesamten Beitrag →„Zwei Revolutionen | 1. Juli 1849“
Luftverschmutzung | 6. September 1852
Luftverschmutzung in Berlin »Bei fahlem Sonnenschein dieselbe dicke schwere Luft, wie gestern. Seit den zweiundfünfzig Jahren, daß ich Berlin kenne, hat sich im Allgemeinen die Luft sehr nachtheilig verändert. Fast immer liegt schwerer Dunst über der Stadt, den nur ein starker Wind bisweilen verweht, der aber, sobald dieser nachläßt, gleich wieder da ist. Die vielen …
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Friedrichshain | 19. März 1851
20.000 Menschen in Friedrichshain »Es waren gestern über zwanzigtausend Menschen im Friedrichshain [Friedhof der Märzgefallenen], und gegen Abend fielen dennoch Unruhen vor, obschon das Volk durchaus nichts that, was dazu Anlaß geben konnte, sein Verbrechen war seine Menge! Die Konstabler, welche in ganzen Massen zusammenstanden, wollten nicht umsonst dagewesen sein, ihr Hauptmann Patzke befahl die …
Bibel und König | 21. September 1850
Die Naturwissenschaft, die Bibel und der König »Humboldt soll dem Könige kürzlich in Betreff der Naturforschung sehr gründlich und scharf die Wahrheit gesagt haben; der König meinte, die Naturforscher dürften nichts behaupten, — nichts finden, was der Bibel widerspräche!!« (TB, 21.9.1850)
Friedrichshain | 1. Oktober 1848
Märzgräber in Friedrichshain »Nachmittags fuhr ich mit Ludmilla in den Friedrichshain, ich wollte die Märzgräber gern einmal sehen. Zeichnungen hatten mir ein falsches Bild gegeben, ich fand alles ganz anders, als ich mir es vorgestellt. Der Anblick der erhöhten Gräber, in dichten Reihen ein Viereck bildend, war freundlich; eine Fülle von Blumen und Kränzen zeugte …
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Vereinigte Staaten von Europa | 29. Januar 1850
Vereinigte Staaten von Europa »Was aus diesem Chaos werden kann, weiß der Himmel! Eine friedliche Gestaltung wird mit jedem Tage weniger möglich, eine volle Herstellung des Alten ist ganz undenkbar. Spring’ ich über die nächsten Gebilde in weitere Ferne, so seh’ ich freilich so was dämmern, wie Vereinigte Staaten von Europa, einen großen Bund von …
Lies den gesamten Beitrag →„Vereinigte Staaten von Europa | 29. Januar 1850“
Unmittelbarkeit der »Tageblätter« | 14. Juli 1849
Die Unmittelbarkeit der »Tageblätter« »Ich finde, daß die Unmittelbarkeit meiner Tageblätter, trotz alles Ballastes, der in ihnen mitgeht, mehr, weit mehr ist, als alles, was ich mit dem sorgsamsten Fleiße daraus machen kann.« (Tagebuch vom 14.7.1849)
Liederliche Damen | 19. Juni 1852
Zwei adlige Frauen verhaftet »Unsre Zeitungen melden, auch die ministeriellen, daß zwei adlige Damen von guten alten Familien wegen Trunkenheit und Obdachlosigkeit in Haft genommen seien; sie waren durch Liederlichkeit so herab gesunken, daß sie wie gemeine Dirnen lebten. Der gerühmte Adel! Die Stütze des Thrones, die Ehre des Staates, des Heeres! — Die Polizeibehörde will …
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Nach dem Kirchentag | 21. September 1858
Nach dem Kirchentag »Der Kirchentag ist zu Ende, doch zieht er großes Aergerniß hinter sich her, und Hohn und Spott die Fülle. Ein Schwarzrock [Pfarrer] ist im Bordel gewesen, und weil er betrunken war und nicht bezahlen wollte, vor die Polizei geführt worden; ein andrer lag sinnlos berauscht nachts auf der Straße; ein dritter hat …
Lies den gesamten Beitrag →„Nach dem Kirchentag | 21. September 1858“
Varnhagen über Sexualität | WH
Varnhagens Verhältnis zur Sexualität Varnhagen von Ense äußert sich in seinen Tagebüchern durchaus über sexuelle Aktivitäten und den moralischen Zustand seiner Zeit, wobei er diese Themen meist im Kontext von Hofskandalen, gesellschaftlicher Heuchelei oder der Spannung zwischen Natur und Moral behandelt. Er betrachtet das »Sinnliche« oft als eine ursprüngliche Kraft, die durch die bestehenden Gesetze …
Theaterbesuch | 1. Oktober 1856
Ein Theaterbesuch »Es wurde zu viel geheult.« (TB, 1.10.1856)
Varnhagen über die Urwelt | WH
Varnhagen über die Urwelt Varnhagen von Ense äußert sich in seinen Tagebüchern an mehreren Stellen über prähistorische Funde und die »Urwelt«, wobei seine Reaktionen oft von einer Mischung aus wissenschaftlichem Interesse und tiefem existenziellen Unbehagen geprägt sind. Der Hydrarchos: Im Januar 1847 besuchte Varnhagen in der Berliner Akademie die Ausstellung des »Urweltthieres Hydrarchos«. Er beschreibt …
Lage der Arbeiter | 9. März 1857
Lage der Arbeiter und Armen »Ich las Untersuchungen über das Verhältniß der Fabrikarbeit zum Landbau, über die heutige Lage und die wahrscheinliche Zukunft der Arbeiter. Die Staatswirthschaftslehrer sehen hier immer nur Unmöglichkeiten. Sie sprechen von philanthropischen Träumereien, wenn es gilt die Noth der Arbeiter und der Armen zu lindern, sie lachen über die Forderung von …
Lies den gesamten Beitrag →„Lage der Arbeiter | 9. März 1857“
Uneheliche Kinder | 8. Mai 1856
Heillose Adelswirthschaft »In Mecklenburg, wo das vierte Kind ein unehliches ist, ganze Dorfschaften keine andre haben, ist ein Strafgesetz gegen Unzucht und wilde Ehen verkündigt worden. Daß der Zustand aus politischen Uebeln herkommt, aus heilloser Adelswirthschaft, will man nicht einsehen, die Ursache soll dauern, ohne ihre Folgen! — « (TB, 8.5.1856)
Royalist oder Republikaner? | 27. Februar 1852
Varnhagen: Royalist oder Republikaner? »Man fragt mich immer auf’s neue, ob ich Royalist oder Republikaner sei? Ich antworte, jedenfalls zöge ich die Monarchie Friedrichs des Großen der Republik Louis Bonaparte’s vor. — Das Königthum hat unläugbar große Vorzüge, die Persönlichkeit kann wohlthätiger wirken, milder und menschlicher sein, als die strenge Gesetzesherrschaft, wofern nicht auch in diese …
Lies den gesamten Beitrag →„Royalist oder Republikaner? | 27. Februar 1852“
Ausweisung aller Demokraten | 5. September 1850
Eine Denkschrift an den König »Dem König ist eine Denkschrift eingereicht worden, in der die Ausweisung, Uebersiedelung jenseits des Meeres, für alle Demokraten beantragt wird! — « (TB, 5.9.1850)
Christen, Sozialisten, Kommunisten | 18. November 1846
Christen, Sozialisten, Kommunisten »Dieser Gedanke hat mich heute viel beschäftigt: Die Christen haben auf ihrem Ausgange aus der Lehre in die Welt das meiste Gute verloren und vergessen, wohl auch als zu beschwerlich abgeworfen, und laufen mit dem bloßen Namen weiter, der freilich leicht zu tragen ist. Redliche wohlgesinnte Leute haben die verlornen Päcke und …
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Geschichtsforschung | 6. November 1843
Geschichtsforschung und Gegenwart »Wenn man die Vergangenheit betrachtet und durchforscht, muß es immer im Vortheil der Gegenwart geschehen, sonst verliert man sich als Todter unter den Todten.« (TB, 6.11.1843)
Ahnung einer Revolution | 14. Juni 1842
Vorahnung einer Revolution »Ich denke seit einiger Zeit, daß, wenn die Dinge so fortgehen, sie unvermeidlich zu einer großen Revolution führen; Deutschland ist unstreitig tief in Gährung, es lernt sich selber täglich mehr kennen, steigert seine Kräfte, seine Einheit […]« (TB, 14.6.1842)
Ehen zwischen Adel und Bauersleuten | 8. Juli 1856
Nicht standesgemäße Ehen »Die Volkszeitung hat den Schluß eines durch fünf Nummern gehenden Artikels ›Stehengebliebene Verkehrtheiten‹, worin sie mit unendlicher Schärfe in der Sache und trockener Milde im Ausdruck die Entscheidung des Obertribunals, daß die Ehe zwischen Adlichen und Bauersleuten noch immer verboten sei, unwiderleglich als den baarsten Unsinn, als die unhaltbarste Sophisterei und Dummheit …
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Heldenmutige Jugend | 19. März 1848
Der 18. März »Das Volk ist von furchtbarer Kampfbegier, die jungen Leute zeigten gestern einen Heldenmuth, der mich in Erstaunen setzte.« (TB, 19.3.1848)
Revolution 1848 | 6. Januar 1854
Das Jahr 1848 (1) »[…] doch all diese Geschichtsmomente überstrahlt das Jahr 1848. Das Beste und Höchste der Deutschen kam da zum Vorschein, in überschwänglicher Fülle. Die ganze Nation war eine Einheit, wie noch nie, alle besten Kräfte und Talente, das reinste sittliche Streben, arbeiteten an Entwickelung und Ausbildung der neuen Zustände. Nie war in …
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